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Neue Unesco-Welterbestätten in Asien und Europa

Istanbul Neue Unesco-Welterbestätten in Asien und Europa

Kulturorganisation der Vereinten Nationen setzt nach Putschversuch in der Türkei Sitzung aus – Stuttgarter Weissenhofsiedlung muss warten.

Istanbul. Nach den militärischen Auseinandersetzungen in der Türkei (siehe S. 1 bis 3) ist die Sitzung des Welterbekomitees der Unesco gestern bis auf Weiteres ausgesetzt worden. Das teilte Unesco-Sprecher George Papagiannis mit. Eigentlich sollte am Sonnabend entschieden werden, ob die Häuser der Stuttgarter Weissenhofsiedlung von Le Corbusier, einem der einflussreichsten Architekten des 20. Jahrhunderts, zum Welterbe ernannt werden. Die zwei Bauten der Weissenhofsiedlung sind Teil eines Antrags aus sieben Ländern, der das Werk des schweizerisch-französischen Architekten Le Corbusier (1887-1965) würdigen will. Der internationale Antrag war schon zweimal abgelehnt worden. An der überarbeiteten Form haben sich sieben Staaten aus drei Kontinenten beteiligt.

 

LN-Bild

Welterbe: Philippi in Griechenland mit seinem Amphitheater.

Quelle: dpa

Wann die Sitzung des Welterbekomitees fortgesetzt wird, war zunächst nicht bekannt. Die Beratungen sollten eigentlich heute enden.

Zuvor hatte die Unesco mehrere Stätten aus Europa und Asien zum Weltkulturerbe erklärt, darunter das antike Philippi in Griechenland. Philippi sei ein „außergewöhnliches Zeugnis der Eingliederung von Regionen ins Römische Reich“, hieß es in der Beschlussempfehlung. Überreste der Kirchen in dem Ort auf der antiken Route von Europa nach Asien zeugten vom frühen Wachstum des Christentums. Aus Indien wurde die Ruinenstadt von Nalanda im Osten des Subkontinents aufgenommen. Dort befand sich einst eine große buddhistische Universität. Zum Welterbe zählt nun auch das persische Qanat-Bewässerungssystem aus Brunnen und Kanälen, das Wüstengebiete versorgte.

Auf die Liste genommen wurden außerdem Nan Madol, eine Ruinenstadt auf 99 künstlichen Inseln in Ost-Mikronesien, und die mittelalterlichen Grabsteine auf dem Gebiet des früheren Jugoslawiens. Zum Weltkulturerbe zählen jetzt auch die Megalithgräber Dólmenes de Antequera in Spanien sowie die Felsmalereien der Kulturlandschaft am Hua Shan und am Fluss Zuo Jiang im Süden Chinas.

Sie wurden zwischen dem 5. Jahrhundert vor Christus und dem 2. Jahrhundert nach Christus geschaffen und illustrieren Leben und Rituale des Volks der Luoyue.

Die größte Zahl der Anträge betreffen das Kulturerbe. Außerdem liegen Anträge auf Aufnahme als Naturerbe vor, etwa für die Wüste von Lut im Iran. Es gibt auch gemischte Nominierungen für Kultur- und Naturerbe, etwa für den Kangchendzönga-Nationalpark in Indien oder ein Biosphärenreservat in Kanada.

LN

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