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Neues von den Pet Shop Boys

London Neues von den Pet Shop Boys

Gereifte „Pop Kids“ sind über 30 Jahre im Geschäft: Neues Album, frische Ideen.

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Sänger Neil Francis Tennant (l.) und Keyborder Christopher Sean Lowe.

London. . Wenige Radio-Größen haben so viele Welthits im Programm wie die Pet Shop Boys. Und doch klingen Gassenhauer à la „Suburbia“, „West End Girls“ oder „Domino Dancing“ in manchen Ohren eher nach der angestaubten Ära der 80er und 90er. Zeit also für das Londoner Duo, wieder einmal nachzulegen, mit einer Vergangenheitsbeschwörung ganz eigener Art:

Morgen kommt das neue Pet-Shop-

Boys-Album „Super“ heraus.

Vorweg schoben Neil Tennant und Chris Lowe — der 61-jährige Frontmann und sein Elektrobastler am Keyboard (56) — die Single „The Pop Kids“. Sie ist eine Reverenz an die frühen Jahre. Zwar versichern die reifen Herren, die Geschichte behandele nicht sie, sondern ein befreundetes Pärchen, das damals lieber in die Nächte abtauchte, statt brav zu studieren. Es wäre aber wohl naiv, den autobiografischen Anteil komplett zu leugnen.

„Rock wurde überschätzt“, zitiert Tennant einen der Protagonisten zur Stimmung während der Grunge-Epoche nach 1990. Die zwei Briten, heute seit über 30 Jahren im Geschäft, entwarfen ihre Gegenatmosphäre, die auch Teile von „Super“ durchtränkt. Über weite Strecken finden sie zurück zu einem recht schnörkellosen Club-Sound, der sich oft von der unverfänglichen Alltagstauglichkeit „normaler“ Charts-Musik abhebt. Das Talent, den Geschmack des Massenpublikums mit dem Anspruch ihres Ur-Genres zu verbinden, scheinen sie nicht verloren zu haben. Tennant: „Es ist eine Mischung aus den alten und den neuen Pet Shop Boys.“ So geht der Opener „Happiness“ mit klaren, treibenden Rhythmen direkt ins Ohr — gäbe es andererseits nicht auch sanft dazwischen säuselnde Synthesizer, die die gerade Linie ab und zu durchstoßen. Den Druck, sich wegen offen gelebter Homosexualität rechtfertigen zu sollen, thematisierten sie bei „In Denial“. Der kalkulierte Stil-Wirrwarr soll nach dem Erscheinen von „Super“ konsequent fortgesetzt werden. Im Juli spielen die Elektropopper vier Konzerte in Londons Royal Opera House, gefolgt von einer Tour im Jahr 2017.

LN

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