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Kultur im Norden Neustart für die Berliner Staatsoper
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18:10 04.10.2017

Zu Robert Schumanns „Szenen aus Goethes Faust“ feierte die Staatsoper damit auch das Ende eines langen Weges aus Pleiten, Pech und Baupannen. Die DDR-Patina, die einst auf dem 1955 aus den Kriegsruinen wiederaufgebauten Haus lag, ist verflogen. Jetzt sieht alles so wie früher aus, nur nagelneu:

Die kostbaren Wandtapeten, die Holzvertäfelung in der Konditorei, die noch immer zu engen Sitzreihen in Dunkelrot.

Doch eines ist wirklich neu an der Staatsoper: die Akustik. Immerhin ging ein Teil der rund 400 Millionen Euro, die die Sanierung verschlang, auf das Konto eines besseren Klangs, wie ihn sich Generalmusikdirektor Daniel Barenboim gewünscht hatte. Zur Renovierung gehörte neben der neuen Bühnentechnik auch eine unterirdische Verbindung zwischen der Hauptbühne und den Proberäumen im benachbarten Intendantenhaus. Der 75 Meter lange und 18 Meter hohe Tunnel musste mit einer mehrere Meter dicken Betonsohle gegen das Grundwasser abgesichert werden, was den Bau deutlich verteuerte.

So wurden es nach Verzögerungen und Umplanungen am Ende sieben statt drei Jahre und 400 statt 240 Millionen Euro. Die Renovierung drohte sich zeitweilig zum Skandal auszuweiten. Immer wieder hatte es neue Verzögerungen gegeben. Das Gespenst des noch lange nicht fertigen Hauptstadtflughafens hat wohl am Ende mitgeholfen, dass zum Einheitstag Goethes „Faust“ rechtzeitig in die Staatsoper einzog.

Nach dem Auftakt ist bald wieder Pause: Erst am 7. Dezember wird die Staatsoper regulär öffnen. Esteban Engel

LN

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