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Kultur im Norden „Nicht ohne mein Notizbuch“, sagt Tobias Sommer
Nachrichten Kultur Kultur im Norden „Nicht ohne mein Notizbuch“, sagt Tobias Sommer
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11:01 25.07.2016
Tobias Sommer (38) wurde für seine Lyrik und Prosa – 2015 erschien sein Kriminalroman „Jagen 135“ – mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Der Schleswig-Holsteiner arbeitet als Finanzbeamter und lebt mit seiner Familie in Bad Segeberg. Quelle: Lutz Roeßler

Ich bin immer wieder erstaunt, wie vielschichtig und facettenreich die Kulturszene bei uns im Norden ist. Viele Künstler widmen sich gleich mehreren Kunstrichtungen, zum Beispiel der Kieler Arne Rautenberg. Er ist Romanautor und Lyriker, vor wenigen Tagen erschien sein Gedichtband für Kinder („Unterm Bett liegt ein Skelett. Gruselgedichte für mutige Kinder“). Er ist aber auch bildender Künstler. Ein Kunstwerk ist im Schloss Gottorf zu sehen. Für mich ein Grund mehr, endlich mit meiner Familie einen Kurztrip nach Schleswig zu machen. Ich freue mich auf eine breit gefächerte Kunstsammlung, auf den wunderschönen Barockgarten und auf eine achtminütige Reise um die Welt im Globushaus. Das Buch auf meinem Nachtisch nimmt mich ebenfalls mit auf eine Reise um die Welt, zumindest bis nach Japan. Der großartig geschriebene Roman „Schweigen“ von Endo Shusaku handelt von zwei portugiesischen Missionaren, die im 17. Jahrhundert in Japan versuchen, die dortige unterdrückte christliche Bewegung zu unterstützen. Es ist das Lieblingsbuch von Martin Scorsese, der im Februar 2015 mit der Arbeit an der Verfilmung begann, die Kinopremiere wird Ende des Jahres erwartet.

Ein anderer Film läuft bereits erfolgreich in den deutschen Kinos. „Fritz Lang“, ein packender Film über den Star-Regisseur, der Stummfilmmeisterwerke wie „Metropolis“ schuf.

Auf der Suche nach Stoff für seinen nächsten Film erfährt Lang von dem brutalen Serienkiller Peter Kürten, der in Düsseldorf sein Unwesen treibt. Für Lang, hervorragend von Heino Ferch gespielt, beginnt eine Reise in die Abgründe der menschlichen Seele, bis tief in seine eigene Vergangenheit. Den Film gibt es ab Oktober auf DVD.

Ich bin ebenfalls immer auf der Suche nach Stoff für Romane und gehe selten ohne mein Notizbuch aus dem Haus. Zwei Termine in der Overbeck-Gesellschaft sind dick in meinem Buch unterstrichen: Am 28. Juli lese ich um 19 Uhr im Behnhaus zusammen mit Helge Brumme, Gregor Hinz und Izy Kusche. Und am 14. August um 15 Uhr gibt es zum Abschluss der Regionale 3 ein Konzert mit Gerald Eckert (Violoncello/Elektronik) und Beatrix Wagner (Flöte). Im Anschluss darf ich an einem Künstlergespräch zusammen Stefanie Klick, Ulla Bay Kronenberger, Lena Kaapke, Direktor Dr. Oliver Zybok und Kurator Sönke Kniphals teilnehmen.

LN

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