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Nicht ohne seine Tochter

Lübeck Nicht ohne seine Tochter

Flüchtlingsschicksale als Spielfilm: Der preisgekrönte Film „Die letzten Tage des Parvis K.“ ist morgen im KoKi zu sehen.

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Der todkranke Iraner Parvis (Ramin Yazdani) sucht in Europa nach seiner Tochter, um sich mit ihr zu versöhnen. FOTO: HFR

Lübeck. Lübeck. Parvis Karimpour kann nur noch schwer atmen, hat heftige Hustenanfälle, spuckt Blut. Trotzdem steigt er in das Schlauchboot, will von Iran nach Dubai und weiter nach Spanien. Es ist allerdings nicht die Suche nach einem besseren Leben, die den alten kranken Mann all die Strapazen auf sich nehmen lässt. Parvis will sich vor seinem Tod mit seiner Tochter Nasrin aussöhnen, die er Madrid zu finden hofft.

Das ist die Ausgangssituation in Henrik Peschels Film „Die letzten Tage des Parvis K.“, der am morgigen Mittwoch im kommunalen Kino Koki in Lübeck zu sehen ist. Er lief bereits auf mehr als 30 internationalen Festivals und heimste zehn Auszeichnungen ein. „Es ist der einzige deutsche Spielfilm, der die Flucht nach Europa thematisiert“, sagt Peschel. Bereits bevor die Flüchtlingswelle im vergangenen Jahr zum großen Thema wurde, hat Peschel recherchiert und erzählt eine berührende Geschichte über Flucht und Freundschaft im Migrantenmilieu.

In Madrid begegnet Parvis zwei Migranten, die ebenfalls in Schwierigkeiten stecken. Der Italiener Fabrizio, ein gescheiterter Pianist, hält sich mit Putzjobs über Wasser. Almut, eine verwöhnte junge Deutsche, ist ihrem Freund nach Madrid gefolgt. Sie sucht ihren Platz im Leben und träumt davon, einen Schmuckladen aufzumachen. Bei der Suche nach der verlorenen Tochter finden die Drei eine gemeinsame Aufgabe. Parvis schöpft wieder Hoffnung. Mit seinem Optimismus reißt er Fabrizio und Almut aus ihrer Lethargie. Einem neuen Hinweis folgend machen sich die Drei in Almuts Auto Richtung Norden auf.

„Wir haben an Originalschauplätzen gedreht, das macht den Film sehr authentisch“, sagt Peschel. Die Geschichte sei zwar fiktiv, basiere aber auf vielen wahren Begebenheiten. Die Hauptrollen besetzte er mit erfolgreichen Kinoschauspielern wie Ramin Yazdani (bekannt aus „Der Medicus“) und Pheline Roggan („Soul Kitchen“). Der Regisseur ist morgen ebenfalls im Kino und hofft auf eine anregende Diskussion. ph

INFO: Die Vorstellung beginnt am 16. November um 20.30 Uhr im Koki, Mengstr. 35. Tickets: 5/4 Euro.

LN

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