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Niederdeutsche Bühne geht zurück in die 1950er Jahre

Lübeck Niederdeutsche Bühne geht zurück in die 1950er Jahre

Premiere von „Minsch sien mutt de Minsch“.

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Regisseur Karsten Bartels.

Quelle: D. Kurz-Kohnert

Lübeck. „Minsch sien mutt de Minsch“ wurde vor fast sechzig Jahren geschrieben und begeisterte damals das Publikum: Es war ein Renner. Das Stück stammt aus der Feder von Günther Siegmund, der nach dem Krieg am Hamburger Ohnsorg-Theater als Schauspieler, Dramaturg und Regisseur das Bühnengeschehen maßgeblich prägte.

Jetzt steht die vielgespielte Komödie auf dem Spielplan der Niederdeutschen Bühne Lübeck — wieder. Denn 1992 wurde der Dreiakter schon einmal aufgeführt. Damals schlüpfte die heutige Bühnenleiterin Hannelore Kastorff in die Rolle der Undercover-Kommissarin, um dem Polizeimeister Wilke auf die Finger zu sehen. Denn dessen unorthodoxe Methoden bei der Verbrecherjagd und der Verhängung von Strafen stoßen nicht nur auf Gegenliebe. Wilke wird von Wolfgang Max Reimer verkörpert, Vorstandsmitglied des Niederdeutschen Bühnenbunds Schleswig-Holstein.

Regisseur Karsten Bartels hat kräftig den Rotstift angesetzt und jede Menge des detailverliebten Textes ausradiert — getreu der alten Theaterregel „Was man spielen kann, kann man streichen“. Denn in der Originalfassung dauerte die Komödie zweieinhalb Stunden, für heutige Zuschauer nahezu eine Zumutung. Bartels: „Damals nichts Ungewöhnliches. Fernseher waren noch eine Seltenheit in den Wohnstuben. Die Leute hatten Muße, ins Theater zu gehen. Außerdem konnte man sich dort wunderbar aufwärmen.“

Das Stück ist nicht nur von der Spieldauer, sondern auch vom Inhalt ein typisches Produkt der Nachkriegszeit — analog zu den Heimatfilmen, in denen in erster Linie Unterhaltung zählte.

Was kann uns dieser niederdeutsche Klassiker von 1958 , in dem es um einen Hühnerdieb, eine Leiche und um Zwistigkeiten zwischen dem Pastor, dem Bürgermeister und dem Polizeichef geht, heute noch sagen? Bartels: „Die Komödie ist auch ein bisschen Krimi, spannend und unterhaltsam, selbst wenn uns die Konflikte heutzutage etwas überholt anmuten. Zentral ist die Botschaft, doch auch mal fünfe gerade sein zu lassen. Dieser Appell, sich menschlich zu verhalten, hat damals wie heute seine Berechtigung.“

In der Rolle des Pastors ist Dieter Koglin zu sehen, der sein 25-jähriges Jubiläum feiert. Das engagierte Vereinsmitglied ist im Vorstand, spielt und übernimmt in vielen Aufführungen die Regieassistenz. dku

Premiere: Dienstag, 2. Februar,

20 Uhr, Kammerspiele des Theaters

Lübeck.

LN

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