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Kultur im Norden Nobelpreis für eine mutige Literatin
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20:21 10.12.2015
Swetlana Alexijewitsch wird von Schwedens König Carl XVI. Gustaf ausgezeichnet. Quelle: AFP

Stockholm Die 67 Jahre alte Weißrussin Swetlana Alexijewitsch ist gestern in Stockholm mit dem Literaturnobelpreis geehrt worden. Die gelernte Journalistin erhielt die Auszeichnung „für ihr vielstimmiges Werk, das dem Leiden und dem Mut in unserer Zeit ein Denkmal setzt“.

Alexijewitsch ist mit einem ganz eigenen literarischen Stil zum moralischen Gedächtnis des zerfallenen Sowjetimperiums geworden. Die Schriftstellerin hat mit ihren Collagen das Leid, die Katastrophen und den Alltag der Menschen in ihrer Heimat aufgearbeitet. 2013 erhielt sie dafür den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Im 1983 veröffentlichten Buch „Der Krieg hat kein weibliches Gesicht“ dokumentierte sie mit Interviews das Schicksal sowjetischer Soldatinnen im Zweiten Weltkrieg. Für „Zinkjungen“ (1989) sprach sie mit mehr als 500 Veteranen des sowjetischen Afghanistan-Feldzugs und Müttern gefallener Soldaten. Genauso porträtierte sie 1997 die Überlebenden der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Als ihr Großwerk gilt „Secondhand-Zeit“ von 2013 — eine Sammlung von Stimmen über die erschütternden Erfahrungen im Kommunismus.

Alexijewitsch wurde 1948 im westukrainischen Stanislaw geboren. Sie arbeitete nach einem Journalistik-Studium bei einer Lokalzeitung und als Lehrerin. Da ihre Werke unter dem Regime in Weißrussland nicht verlegt wurden, hielt sie sich viele Jahre im Ausland auf. 2011 zog sie zurück nach Minsk.

Auch die weiteren Nobelpreisträger wurden gestern geehrt:

Chemie: Erbgut-Forscher Tomas Lindahl (77, Schweden), Paul Modrich (69, USA) und Aziz Sancar (geboren 1946, USA/Türkei).

Physik: Teilchenforscher Takaaki Kajita (56, Japan) und Arthur McDonald (72, Kanada).

Medizin: Parasitenforscher Youyou Tu (84, China), William Campbell (85, Irland), Satoshi Omura (80, Japan).

Wirtschaft: Konsumforscher Angus Deaton (70, Großbritannien/USA).

LN

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