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Kultur im Norden Film-Orchester für den Norden
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14:21 12.10.2018
Bester Musiklehrer Europas: Jens Illemann vor seinem Resthof in Wewelsfleth. Quelle: Thomas Classen/hfr
Wewelsfleth

Mit Musikern kennt Jens Illemann sich aus, es können gern auch mehr sein. Vor zwei Jahren zum Beispiel hat er gut 7500 Musiker ins Stadion von Eintracht Frankfurt gelockt – ein Rekord, ein Weltrekord sogar. Jetzt hat er sich wieder einiges vorgenommen und will ein Norddeutsches Film-Orchester gründen. Das Theater Itzehoe für das erste Konzert am 21. September nächsten Jahres hat er schon gebucht. Es gibt also kein Zurück mehr. „Jedenfalls kein günstiges“, sagt er.

Der 31-Jährige ist Musiklehrer und arbeitet am Johannes-Brahms-Gymnasium in Hamburg. Er wohnt aber auf dem Land, in einem alten Bauernhof zwischen Wewelsfleth und Brokdorf an Schleswig-Holsteins Westküste. Er hat ihn im Februar gekauft, verlegt gerade die letzten Parkettböden, und oben auf dem großen Dachboden – „ein wunderschöner Raum“ – soll das Orchester auch proben. Die nächsten Häuser sind ein paar hundert Meter entfernt, „insofern kann man da auch machen, was man will“.

Bislang haben mehr als 100 Musiker aus dem Norden ihr Interesse bekundet, sagt er. Aber das sind noch keine verbindlichen Anmeldungen. Die sollen voraussichtlich erst ab Januar stattfinden und bis Mai laufen. Mitmachen kann jeder, vom Laien bis zum Profi – „die Bandbreite ist groß“. Man muss nicht vom Blatt spielen können, sollte sich aber schon auf Noten verstehen und sein Instrument beherrschen. Gesucht werden vor allem Streicher, Bläser und Schlagwerker, aber auch Sänger, Gitarristen oder Bassisten. Die bekommen die Noten und Arrangements per Mail zugeschickt, um dann im August und September nächsten Jahres bei den beiden Probenwochenenden in Wewelsfleth gut vorbereitet zu sein.

Warum Filmmusik? Filme haben ihn schon immer interessiert, sagt er. Und manchmal blieben sie einem vor allem wegen des Soundtracks in Erinnerung. Das Orchester soll denn gerade auch Musik jenseits von Bekanntem wie „Star Wars“ oder „Fluch der Karibik“ spielen. Auf der Facebookseite können Interessenten eigene Vorschläge machen.

Illemann stammt aus der Nähe von Hildesheim, ist vom Fach her Trompeter, kennt sich aber auch mit Oboe, Posaune oder Schlagzeug aus. Vom Musikzug der Feuerwehr bis zum Bundesjugendblasorchester hat er einige Stationen durchlaufen und leitet nebenher noch das Sinfonische Blasorchester Lüneburg. Mit dem Brahms-Gymnasium hat er 2017 und 2018 den Europäischen Schulmusikpreis gewonnen, was ihm vom NDR den inoffiziellen Titel als bester Musiklehrer Europas eingebracht hat. Bei den beiden Projekten war ihm vor allem die Eigenverantwortung der Schüler wichtig – offenbar nicht nur da.

Kontakt: jens.illemann@web.de

Peter Intelmann

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