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Nymphe von Boltenhagen spielt eine Rolle im Roman „Sanja“

Boltenhagen Nymphe von Boltenhagen spielt eine Rolle im Roman „Sanja“

Iris Nicola Haferland schrieb eine spannende Erzählung über Freundschaft, DDR-Flucht und eine Skulptur, die plötzlich am Neujahrstag 2005 auf einem Felsen auftauchte.

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Die Nymphe, die 2005 auf einem Felsen vor Boltenhagen auftauchte, ist Teil des Romans.

Quelle: Michael Prochnow

Boltenhagen. Während eines Reha-Aufenthaltes lernte Iris Nicola Haferland (56) aus Bad Lauterberg im Harz 2003 das Ostseebad Boltenhagen kennen. Seitdem verbringt sie dort jedes Jahr mehrere Wochen. In den Wochen ihres Klinikaufenthaltes fasste sie den Entschluss, sich den lang gehegten Wunsch des Schreibens zu erfüllen.

Gerade ist ihr zweites Buch, die Erzählung „Sanja“, erschienen. Die Geschichte um eine Bildhauerin spielt in Boltenhagen. Am 1. Januar stellt Iris Nicola Haferland dieses Buch für die derzeitigen Patienten in der Strandklinik vor. Weitere öffentliche Lesungen im Ostseebad sollen folgen.

Die Geschichte des Buches handelt von der Berliner Bildhauerin Kimberly, die nach langer Zeit erstmals an den Ort ihrer Kindheit und Jugend zurückkehrt. Obwohl der einstige DDR-Ferienort Boltenhagen nach all den Jahren kaum wiederzuerkennen ist, fühlt sie sich ihrer verschollenen Jugendfreundin Sanja auf einmal wieder sehr nahe und sie macht sich daran, sich den lange verdrängten Fragen ihrer Vergangenheit zu stellen.

Die Rahmenhandlung zur Geschichte hat Iris Nicola Haferland der Realität entnommen. Es geht um die Skulptur einer Meerjungfrau oder Nymphe, die am Neujahrstag 2005 urplötzlich auf einem Felsen vor der Redewischer Küste saß. Sie brachte Boltenhagen viel mediale Aufmerksamkeit und verschwand ebenso plötzlich, wie sie aufgetaucht war.

Im Schlusskapitel des Romans wird klar, dass die Bildhauerin Kimberly mit dieser Plastik ihrer verschollenen Jugendfreundin Sanja, die 1982 bei einem Fluchtversuch über die Ostsee ums Leben kam, ein Denkmal setzen möchte.

Dass die Geschichte in der Realität etwas anders abgelaufen ist, weiß Iris Nicola Haferland. „Ich habe dazu viel recherchiert und auch mit einigen Beteiligten von damals gesprochen. Von Familie Neuffer habe ich dazu viele Informationen bekommen“, sagt die Autorin. Auch mit dem Ortschronisten Horst Günther und der ehemaligen Bürgermeisterin Christiane Meier hat sich Iris Nicola Haferland über den Ort und auch über die DDR-Geschichte unterhalten. So taucht der Roman in Rückblenden in die Vergangenheit der 1960er Jahre ein, als Bildhauerin Kimberly einst an der Ostsee aufwuchs.

Werke der Autorin
Die Erzählung „Sanja“ ist im Dezember 2015 im Traugott Bautz-Verlag erschienen (ISBN 978-3-95948-049-9).
Bereits im Juni 2015 erschien „Ja. Geschichten über Sehnsucht, unerfüllte Träume und die Kraft, immer wieder aufzustehen“ (ISBN 978-3-95948-037-6). Es ist illustriert von Hanuka Lohrenge. In dem Buch gibt es mehrere Geschichten über Sehnsucht oder unerfüllte Träume. So wie die vom Jungen Stefan, der in seiner Fantasie mit Winnetou spielt, bis der plötzlich mit einem Umzugswagen vor ihm steht.

Malte Behnk

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