Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Kultur im Norden O böse Welt
Nachrichten Kultur Kultur im Norden O böse Welt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:29 12.09.2018
Foto: Lutz Roeßler Theater Combinale Arthur und Claire Quelle: Lutz Roeßler
Anzeige
Lübeck

Zwei angehende Selbstmörder treffen am geplant letzten Abend ihres Lebens zufällig in einem Hotel in Amsterdam aufeinander. Arthur, ehemaliger Lehrer, ist unheilbar krank, er will in einer Sterbeklinik seinem Leben ein Ende setzen. Claire kann einen schweren Unfall nicht vergessen, auch sie will nicht mehr leben. Sie spielt so laut Musik in ihrem Zimmer, dass sich Arthur beim Schreiben seines Abschiedsbriefes gestört fühlt. Er geht ins Nebenzimmer und sieht, wie Claire sich eine Schlinge um den Hals legt. Das ist die Ausgangssituation für die Komödie „Arthur und Claire“ von Stephan Vögel, die am Freitag Premiere im Theater Combinale hat.

„Es ist eigentlich ein bitterer und trauriger Stoff“, sagt Regisseur Wolfgang Benninghoven, „aber der Autor erzählt die Geschichte dieser beiden Lebensmüden mit einer solchen Leichtigkeit, dass der Zuschauer immer wieder zum Lachen gereizt wird. Das ist die Stärke dieses Stückes.“ Zwei Lebensmüde kommen sich am Abend des geplant letzten Tages ihres Lebens näher und näher, sie giften sich an, sie erzählen voneinander, sie begründen sich gegenseitig den Entschluss zum Suizid – und am Ende verbringen sie die Nacht zusammen. Am nächsten Morgen erinnern sie sich undeutlich an eine rauschende Liebesnacht, wollen ihren Entschluss, aus dem Leben zu scheiden, zunächst noch nicht aufgeben.

„Hier schlägt die Geschichte eine Volte“, sagt Benninghoven, „Arthur fährt zwar in die Klinik, aber nur um seinen Termin abzusagen. Claire sucht ihn, findet ihn nicht und springt aus dem Fenster in eine Gracht. In diesem Moment kommt Arthur wieder ins Hotel und springt ihr hinterher – das ist die einzige Action-Szene in diesem Stück. Aber die Dialoge sind von einer derartigen Qualität, dass, wie wir hoffen, keine Sekunde Langeweile aufkommt.“

„Arthur und Claire“ ist im vergangenen Jahr von Miguel Alexandre erfolgreich verfilmt worden. „Der Film setzt natürlich auf wunderbare Bilder von Amsterdam“, sagt Wolfgang Benninghoven. „Das kann man als Theater natürlich nicht leisten. Bei uns ist die bittersüße Geschichte von Arthur und Claire ein Kammerspiel. Der Text ist so stark, dass er den Abend trägt, der auch nicht allzu lang ist, zwei Teile à 45 Minuten, dazwischen die Pause.“

Premiere im Theater Combinale (Hüxstraße 115) am Freitag, 14. September, um 20 Uhr.

Jürgen Feldhoff

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Gottorfer Barockgarten in Schleswig ist um eine Attraktion reicher: Eine etwa 1,85 Meter große und 900 Kilogramm schwere Bronzeskulptur des renommierten britischen ...

12.09.2018

Retro ist in: Die gute alte Schallplatte erfährt seit Jahren eine Renaissance, die nun auch die Hamburger Zentralbibliothek erreicht hat.

12.09.2018

Der Hamburger Hafen wird vom heutigen Mittwoch an wieder zum Treffpunkt von Autoren aus aller Welt. Beim 10. Harbourfront-Literaturfestival warten bis zum 15.

12.09.2018
Anzeige