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„Ohne Risiko gibt es keine Freiheit“

Köln „Ohne Risiko gibt es keine Freiheit“

Bochum, Dresden, Mainz, Hamburg — in vielen Städten zeigen Theater in gesellschaftlich angespannten Zeiten starkes Engagement.

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Rolf Bolwin, Chef des Deutschen Bühnenvereins.

Quelle: Marcus Brandt/dpa

Köln. Bochum, Dresden, Mainz, Hamburg — in vielen Städten zeigen Theater in gesellschaftlich angespannten Zeiten starkes Engagement. Der geschäftsführende Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Rolf Bolwin, verteidigte jetzt politische Protestaktionen deutscher Theater. „Ob die Terroranschläge in Paris oder der Flüchtlingsstrom — damit muss sich das Theater ebenso befassen wie mit den rechtsradikalen Tendenzen in Europa“, sagte Bolwin in einem Interview. Sich frei zu äußern, sei nicht nur das Recht der Bühnen, sondern auch ihre Pflicht. Die öffentliche Finanzierung der Stadt- und Staatstheater sei dazu da, die Kunst- und Meinungsfreiheit zu sichern.

Dabei könne es passieren, dass ein Theater auch mal über das Ziel hinausschieße. So gab es um die Aufführung von Falk Richters satirischer Anti-AfD-Collage „Fear“ an der Berliner Schaubühne sogar Tumulte.„Ohne Risiko gibt es keine Freiheit“, so Bolwin. Ohne etwas zu wagen, „auch mal über das Ziel hinauszuschießen, ist das Theater nicht frei“. Aber es stelle sich ja damit der öffentlichen Diskussion und agiere nicht im Verborgenen.

In vielen Städten zeigen Theater derzeit politisch Flagge. In Mainz hatte sich das Staatstheater mit einem lautstarken Gesangsprotest gegen eine AfD-Kundgebung eine Anzeige eingehandelt. In Dresden protestierte das Theater mit Max Frischs „Graf Öderland“ gegen die Pegida-Bewegung. Vor dem Schauspielhaus in Bochum wurde ein tödlicher Flüchtlingstransport in einem Lastwagen nachgestellt.

Es sei klar, dass Theater nicht alle Menschen erreiche, erklärte Bolwin. Aber „das Entscheidende ist, dass der Bürger das Gefühl hat: Es gibt Räume in meiner Stadt, die sich mit den wichtigen menschlichen Fragen beschäftigen.“

LN

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