Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Ohne Wahrnehmung keine Kunst

Lübeck Ohne Wahrnehmung keine Kunst

Der Kunstraum K 70 in der Lübecker Altstadt zeigt Skulpturen, Plastiken und Bilder von Tim Maertens.

Voriger Artikel
„Min Opa ha’ Alzheimer“
Nächster Artikel
Kunst als Gemeinschaftsaufgabe

Tim Maertens (links) mit Galerist Alfred Hitz: Im Lübecker Kunstraum K 70 wird die Ausstellung „all that beauty“ eröffnet.

Quelle: D. Kurz-Kohnert

Lübeck. Was haben die Texte von William Shakespeare, William Blake und T. S. Eliott mit den Werken von Tim Maertens zu tun? Der Lübecker Bildhauer sagt: „Ich habe Texte ausgesucht, in denen es um Wahrnehmung geht – denn Kunst funktioniert nur über Wahrnehmung.“ Die Auszüge von Gedichten hat der Lübecker selbst übersetzt, die Texte werden bei der Vernissage am Sonntag im Original von Liane Cumming gelesen. Die Schottin springt für den erkrankten Robert Brandt vom Theater Lübeck ein.

Mehr als ein Dutzend Skulpturen und Plastiken und ebenso viele Bilder sind in der Ausstellung im Kunstraum K 70 an der Engelsgrube 70 zu sehen. Die farbigen Öldrucke und Radierungen an den weißen Wänden bilden einen schönen Kontrast zu den Skulpturen, die sich in ihren Materialfarben präsentieren: Bronze oder Beton. Das Objekt „Artificial. Love, peace, wisdom – all inclusive“gleicht einer aus Lava geformten Schale, in deren vertiefter Mitte sich rote Kristalltürmchen aus Kunstharz versammeln. Wie polierter Stein oder Metall glänzen manche Keramiken, denen Maertens durch Glasuren eine schillernde, geheimnisvolle Oberfläche gibt. Als Paar treten die Bronze-Plastiken „Ahnung“ und „Erinnerung“ auf: die eine konkret, in sich geschlossen, die andere durchbrochen und rätselhaft.

Neben eiförmigen Objekten tauchen bei Maertens immer wieder geometrische Formen und mathematische Formeln auf. Seinen Bildern und Skulpturen gibt er Titel wie beispielsweise „1+1=1“ oder „Lösung: 4 +1=1“. Seine Lieblingsfigur ist der Tetraeder – „die ursprünglichste dreidimensionale Form“, schwärmt der Künstler.

Tim Maertens hat seine Arbeiten selbst arrangiert. „Die Künstler haben freie Hand,“ sagt der pensionierte Lehrer Alfred Hitz. Er betreibt gemeinsam mit Rainer Bentfeldt, einem Ex-Kollegen und Künstler, seit Mai 2015 die kleine, feine Galerie.Vernissage mit Lesung: Sonntag,

9. Oktober, 15 Uhr.

Dorothea Kurz-Kohnert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur im Norden