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Olavi Fellman setzt auf die Kraft der Kunst

Lübeck Olavi Fellman setzt auf die Kraft der Kunst

Olavi Fellman wohnt in der Nähe von Helsinki und ist jetzt in Lübeck zu Gast. In der Kunsttankstelle zeigt er rund 50 Bilder und 70 Grafiken. Sie warnen allesamt vor dem Klimakollaps – sie wollen plakativ, bunt und mit Humor die Welt retten für die kommenden Generationen.

Lübeck. Olavi Fellmann gehört in seiner Heimat zu den wenigen Ausnahme- künstlern, die tatsächlich von ihrer Kunst leben können. In Finnland hatte er schon zahlreiche Ausstellungen, in Deutschland waren seine Bilder bislang nur 2012 in einer Hamburger Galerie zu sehen. Die Lübecker Ausstellung in der Kunsttankstelle von Defacto Art sponsert die Possehlstiftung mit 2300 Euro. In Aussicht hat Olavi Fellman eine kunsttherapeutische Tätigkeit an der Ameos Klinik in Neustadt.

Manchmal muss der freie Künstler und Familienvater – er hat einen erwachsenen Sohn und eine Tochter, die noch zur Schule geht – einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Dann arbeitet der 62-Jährige als Maurer. Er habe sich auf Restaurierungen mit einer speziellen Putztechnik spezialisiert – für ihn alles selbstverständlich. Mit dieser Gelassenheit und Beharrlichkeit malt und druckt er auch (Holzschnitt) seit Jahren seine politischen Bilder. Mit seiner Kunst kämpft Olavi Fellman gegen die Klimakatastrophe – Kunst habe mehr Strahlkraft als wissenschaftliche Abhandlungen.

Der Künstler, der in Finnland in diversen Kunstverbänden als Vorstandsmitglied arbeitet, macht aus seinem Herzen keine Mördergrube. Er zitiert Naomi Klein, den kanadischen Star der Globalisierungskritik, und postuliert: „Entweder Kapitalismus und Wachstum oder Klima retten“. Ihr Buch hat er zur Ausstellung mitgebracht. Fellmann: „Alle müssen weltweit umdenken!“

Erfrischend ist Fellmans Optimismus: Obgleich sein Thema existenzielle Ängste berührt und eher düstere Zukunftsaussichten heraufbeschwört, malt er kunterbunte, fast kindlich-fröhlich anmutende Bilder. Der Maler porträtiert Persönlichkeiten aus Politik (Mandela), Kunst (Pasolini), Literatur (Hannah Arendt) und Gesellschaft (Michael Jackson), beschriftet die Bilder dann mit Worten. „Keine Zitate, das ist, was ich denke“, sagt er verschmitzt.

Olavi Fellman wird heute auf der Vernissage für die Umwelt rappen – auf Deutsch. Seine finnische Kollegin, die Landart-Künstlerin Vinha-Jonna, singt auf Sanskrit und Englisch. Dorothea Kurz-Kohnert

Vernissage heute von 19 Uhr an. Die Ausstellung geht bis 15.10. Geöffnet ist jeweils Sa bis So von 12-18 Uhr sowie Mi, Do und Fr von 14-19 Uhr.

LN

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