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Opernensemble und Philharmoniker entfalten ihre Pracht

Lübeck Opernensemble und Philharmoniker entfalten ihre Pracht

Die Mitwirkenden der „Festlichen Gala“ wurden im Großen Haus des Theaters Lübeck gefeiert — Es gibt zwei weitere Gala-Abende.

Lübeck. Die Aussicht auf schöne Stimmen zog offenbar. Bei der „Festlichen Opern- und Konzertgala 2016“ war das Große Haus des Theaters Lübeck ausverkauft. Ein volles Dutzend Gesangssolisten, der verstärkte Chor, die Philharmoniker unter vier Dirigenten: Die Mischung riss das Publikum mit.

Eine besondere Note erhielt der Abend auch durch die Moderation des Ensembles und von Operndirektorin Katharina Kost-Tolmein. Die Begrüßung begann auf Griechisch, wurde auf Japanisch fortgeführt.

Polnisch, Russisch, Ukrainisch folgten: Die Welt trifft sich auf der Lübecker Opernbühne, hieß es dazu, die Sprache der Musik sei ohnehin international.

Große Oper war zu hören. Aber auch Musical oder Sinfonisches. Die Arien, Ensembles, Finalszenen entstammten kaum dem Repertoire. Vieles war für diesen Abend einstudiert. Zum Beispiel das Blumenduett aus „Lakmé“ von Leo Delibes. Die Stimmen von Evmorfia Metaxaki und Wioletta Hebrowska mischten sich wunderbar. Neu auch Gerard Quinns Arie aus „Hérodiade“ von Jules Massenet. Oder das Finale aus Offenbachs „Schöner Helena“, in dem gleich neun der zwölf Solisten sangen. Chor und Extrachor erhielten ihren besonderen Auftritt mit Verdi, die Damen als Hexen in „Macbeth“, die Herren als finstere Verschwörer aus „Rigoletto“.

Joseph Haydn wurde mit einem Septett aus „La vera costanza“ als Opernkomponist gefeiert; Leonard Bernstein war mit „Candide“ und der „West Side Story“ dabei. Anna Patalong glänzte mit einer Arie aus Korngolds Oper „Die tote Stadt“. Zwischendurch lud das Orchester zum Träumen ein, beim Adagietto aus Mahlers 5. Sinfonie oder beim Zwischenspiel aus „Notre Dame“ von Franz Schmidt.

Generalmusikdirektor Ryusuke Numajiri löste sich am Pult mit Andreas Wolf, Ludwig Pflanz und dem neuen Studienleiter Alexander Winterson ab. Numajiri trat auch als Pianist auf, in Mozarts Rondo für Klavier und Orchester. Bei der Kadenz schaute mancher irritiert, bis Numajiri verriet: Das war aus meiner jüngsten Oper. Carlos Johnson wurde zum Stehgeiger, und zwar mit Astor Piazzolla.

Große Momente waren zu erleben, etwa im Terzett aus Mozarts „Così fan tutte“. Wioletta Hebrowska, Erica Eloff und Steffen Kubach standen hier gemeinsam auf der Bühne. Zurab Zurabishvili als Prinz Kalaf flehte stimmgewaltig: „Keiner schlafe“; natürlich im Original, „Nessun dorma“. Mit dem Verteilen der Blumen war noch nicht Schluss.

Funkensprühend erklang als erste Zugabe ein argentinischer Tanz, „Malambo“ von Alberto Ginastero. „Wir haben noch eins“, sagte Andreas Wolf, und alle Beteiligten vereinten sich zu „Time to say Goodbye“.

Wiederholungen: Sa, 14. Mai, 19.30 Uhr; So., 26. Juni, 18 Uhr. Karten sind knapp, Theaterkasse: (0451) 399600 oder www.theaterluebeck.de

Von Konrad Dittrich

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