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Opulente Show: „Fame“ in Schwerin

Schwerin Opulente Show: „Fame“ in Schwerin

Eigentlich ist es ja so einfach. Stellt man ein Ensemble auf die Bühne, das Spaß an seinem Stoff hat, und verbindet man das mit einer schmissigen Musik — dann zündet es im Theater. „Fame — Das Musical“ ist ein Stoff, bei dem der Funke überspringt.

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Josefine Ristau als Carmen im Musical „Fame“.

Quelle: Jens Büttner/dpa

Schwerin.  Doch einfach sieht das wirklich nicht aus, was das Schauspiel- und Ballettensemble des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin auf die Bühne wuchtete. Es war Schwerstarbeit, die aber nach der Premiere ein selig lächelndes Publikum in die Nacht entließ.

„Fame“ ist die Abschiedsinszenierung von Peter Dehler (52), der nach 17 Jahren als Schauspieldirektor das Schweriner Theater verlassen und nach Hamburg wechseln wird. Mit diesem Schlussakkord ließ Dehler es noch einmal ordentlich krachen. „Fame“ — das ist eine opulente Show, zuweilen stehen, toben, tanzen und singen 40 Darsteller in den bunten Kostümen der 1980er-Jahre auf der Bühne. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hingucken, hinhören soll, wenn Songs wie „Fame“ oder „Dancing on a sidewalk“ erklingen.

„Fame“ kam 1980 in der Regie von Alan Parker in die Kinos und schlug ein. Der Film erzählt, wie auch später die Musical-Bearbeitung, den Weg von Studenten an der High School of Performing Arts in New York in der Zeit von 1980 bis 1984. Es geht um die Träume, Ängste, das Versagen, den Erfolg dieser jungen Menschen. Es geht um Liebesgeschichten, Emporkömmlinge, wahre Künstler, das Comingout oder Drogenmissbrauch.

„Fame“ lebt von der Musik, dem Tanz, der Bewegung. Dehler lässt seine Schauspielklasse Sequenzen aus Shakespeares „Sommernachtstraum“, „Romeo und Julia“ und „Hamlet“, aber auch aus Stanley Kubricks „Full Metal Jacket“ aufsagen und verbindet die Szenen mit einer Art Gong-Musik aus Castingshows. Oder er holt die 1980er-Klasse ins Schweriner Jetzt: „Rocky Horror Picture Show!, ja das lieben sie hier. Aber die lieben auch Helene Fischer“, ätzt Thorsten Merten als Mr. Myers, der harte, aber herzliche Hund unter den Dozenten.

Beste Unterhaltung in schwierigen Zeiten.

Michael Meyer

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