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Original oder Fälschung, das war hier die Frage

Lübeck Original oder Fälschung, das war hier die Frage

Lübeck. Lübecker Klarinettennacht: In der Musikhochschule ist das seit Jahren eine sichere Bank. Auch die 14. Auflage war seit Wochen ausverkauft.

Lübeck. Lübeck. Lübecker Klarinettennacht: In der Musikhochschule ist das seit Jahren eine sichere Bank. Auch die 14. Auflage war seit Wochen ausverkauft. Außenstehende könnten meinen: Nur Klarinette – das ist doch eintönig. Weit gefehlt. Denn zum einen sind nicht nur Klarinetten zu hören, und zum anderen zählt auch das Bassetthorn zur Familie; immerhin ein Lieblingsinstrument von Mozart.

 

LN-Bild

Sabine Meyer.

Quelle: Ruvolo

Zwei weitere Besonderheiten zeichnen den Abend aus. Nicht nur die Besten aus der Klasse des Professoren-Ehepaares Sabine Meyer und Reiner Wehle treten auf, sondern alle Studierenden vom zweiten Semester an. Außerdem haben die Nächte ein Motto, zu dem Wehle als Moderator kenntnisreich und humorvoll die Verbindung knüpft. Dieses Mal war es eine Frage: „Original oder Fälschung?“ Und die Unterzeile erklärte, worum es ging: um „Bearbeitungen in der Musik“.

Ein schwungvolles Beispiel eröffnete den Abend, kreuz und quer durch Mozarts „Entführung aus dem Serail“. Dass die Klarinette eine Singstimme ersetzen kann, zeigte sich an Arien aus „Figaros Hochzeit“ oder bei Rossinis „Barbier von Sevilla“. Liana Leßmann, am Flügel begleitet von Christian Ruvolo, übertrug die ganze Gefühlsskala der verliebten Rosina auf ihr Instrument.

Im zweiten Teil war Kammermusik angesagt. Mozarts Gelegenheitswerk für eine mechanische Flötenuhr war für zwei Klarinetten (Sabine Meyer, Romana Katzenberger) und drei Bassetthörner zu erleben (Vera Karner, Martin Fuchs, Reiner Wehle). Auch Stücke für Baryton, ein ausgestorbenes Saiteninstrument, gibt es nur noch durch Neufassungen. Anna Katharina Metz, Antonia Jaeger und Ugné Varanauskaité

boten ein Haydn-Trio als Beispiel. Schumanns Romanzen für Klarinette und Klavier (Christian Ruvolo begleitete Julia Puls), zum Träumen schön.

Im dritten Teil wurden große Besetzungen geboten. Mozarts Streichquintett KV 406 hörte das begeisterte Publikum in einer Fassung für zwei Klarinetten und drei Bassetthörner. Neben den Professoren konnten Julia Puls, Roman Gerber und Yagizcan Keskin ihr Können beweisen. Zum Finale traten Gäste aus Köln hinzu. Das Quintett Alliage – vier Saxophone und Klavier – ist eine Zusammenarbeit mit Sabine Meyer eingegangen. So hatte wohl noch niemand im Saal Strawinskys „Feuervogel“ gehört. kd

LN

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