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Ovationen für ein junges Trio

Lübeck Ovationen für ein junges Trio

Beim Eröffnungskonzert des 26. Lübecker Kammermusikfestes im Kolosseum erinnerte in bewegenden Worten zunächst Björn Engholm an den jüngst verstorbenen Hermann Boie, ...

Lübeck. Beim Eröffnungskonzert des 26. Lübecker Kammermusikfestes im Kolosseum erinnerte in bewegenden Worten zunächst Björn Engholm an den jüngst verstorbenen Hermann Boie, der gemeinsam mit seiner Frau Evelinde Trenkner diese Reihe gegründet und organisiert hatte. Unbeschadet davon wurde der musikalische Ablauf zu einem mitreißenden Hör-Erlebnis. Gleich die beiden eröffnenden symphonischen Dichtungen von Bedrich Smetana „Šarka“ und „Die Moldau“ in der Fassung für Klavier zu vier Händen rissen durch die temperament- und klangintensive Interpretation von Evelinde Trenkner und Sontraud Speidel zur Ovation hin.

Mit jugendlichem Elan und einer spielerischen und klangsensiblen Wiedergabe spielte dann das Klarinetten-Trio ClariNoir mit Ivo L. Ruf, Nikolai R. Gast und Ilja Ruf Auszüge aus seinem Programm „Mozart On the Road“. Dabei wechselten die einzelnen Sätze aus dessen 4. Divertimento B-dur mit einem Satz des Mozartfreundes Anton Stadler und „True Future“ des 15-jährigen Ilja Ruf, einem „Trio Infernale“ von Dieter Mack und einem Klezmer-nahen „Addum Enied“ ebenfalls von Ilja Ruf. Hier gerieten die Zuhörer vor Begeisterung buchstäblich aus dem Häuschen.

Nach der Pause sorgte der Auftritt der prominenten Sopranistin Christiane Oelze für Ratlosigkeit: Hier drängte sich die Frage auf, ob die Sängerin lediglich indisponiert war oder aber bereits jenseits ihres stimmlichen Zenits steht. Zu eng, intonationsunsicher, ja auch gelegentlich schrill gerieten ihr die „Lieder aus fünf Jahrhunderten“ von Dowland, Britten, spanischen Meistern und zwei Populär-Songs von Joan Baez und Norah Jones (sensibel, sicher und inspiriert die Gitarrenbegleitung von Christian Kiefer). Heute beim Kammermusikfest im Kolosseum: „Modest Mussorgski trifft Dmitri Schostakowitsch mit dem Jourist Ensemble, Beginn: 19.30 Uhr

Von Dieter Kroll

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