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Kultur im Norden Pantha du Prince und die Bäume
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18:10 14.08.2018
Hamburg

Pantha du Prince heißt eigentlich Hendrik Weber und sucht im weiten Feld der elektronischen Musik nach neuen Wegen jenseits der Beschilderung. „Conference of Trees“ hat er sein Projekt genannt, mit dem er am Montagabend im Rahmen des Kampnagel-Sommerfestivals in Hamburg gastierte. Es war die Uraufführung einer Suite über die geheime Welt der Bäume, die still und schweigend dastehen, aber sich offenbar doch einiges zu sagen haben, zellbiologisch und auch sonst.

Es steht allerlei Elektronik auf der Bühne, dazu gibt es Cello, Akustikgitarre und Piano, vor allem aber gibt es jede Menge Schlagwerkzeug. Holz trifft auf Holz, Filz auf Metall, synthetische Klänge treffen auf analoge. Und während im Hintergrund Bilder von Wald und Bergen laufen, von Schmetterlingen und Wolken, wird man davor Zeuge eines an- und abschwellenden Bocksgesangs.

Die elektronischen Klänge kommen in langen Schleifen herangeweht und schieben sich übereinander wie Eisschollen auf einem träge dahingehenden Fluss. Dann hebt irgendwo leises Geklöppel an, in das ein anderes Geklöppel einfällt. Es wird lauter und schneller, es steigert sich, bäumt sich auf zu mächtigem Prasseln voll verschiedener Rhythmen, bis es wie eine Welle bricht und sich verläuft und sammelt, um irgendwo von Neuem groß zu werden oder Teil eines Technostücks, das sich aus dem Hämmern schält, bevor es Platz macht für eine zu sich gekommene Ambient-Beschwörung.

Das klingt manchmal wie bei Piere Moerlens Gong in den Siebzigern, mal wie „Rausch“, das Wolfgang Voigt alias Gas in diesem Frühjahr veröffentlicht hat. Es ist eine aufregende Reise abseits breiter Wege, ein freies Spiel der Kräfte von einem erstaunlichen Ensemble. int

LN

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