Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Kultur im Norden Papa und Mama auf Dauerbesuch
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Papa und Mama auf Dauerbesuch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:22 01.04.2016
Wolfgang Benninghoven vom Theater Combinale führt Regie. Quelle: D. Kurz-Kohnert

Das Ehepaar Böckmann freut sich: Seine drei Söhne haben endlich das „Hotel Mama“ verlassen. Nun sind Elli und Georg wieder allein und können ihre eigenen Wünsche und Träume verwirklichen. Könnten. Denn sie haben die Rechnung ohne ihre alten Eltern gemacht. Ellis Vater Alfred will bei den Böckmanns einziehen, da er und seine Frau nach 50-jähriger Ehe eine Trennung auf Zeit ausprobieren wollen.

Dann taucht auch noch Georgs Mutter auf: Sie beansprucht ein Zimmer, weil sich in ihrer Wohnung „Kakerlatschen“ breitgemacht haben und der Kammerjäger freie Bahn braucht. Die neugewonnene Freiheit von Elli und Georg Böckmann ist im Handumdrehen wieder dahin.

Die plattdeutsche Komödie „Hartlich willkamen“ hat Wolfgang Benninghoven für die Niederdeutsche Bühne Lübeck inszeniert. „Ich gehöre wie Elli und Georg selbst zu dieser Zwischengeneration“ sagt der 64-jährige Regisseur und Schauspieler vom Theater Combinale, „deshalb finde ich den Stoff sehr aktuell.“ Spannend sei doch die Frage, wie es dem Paar gelingt, sein eigenes Leben zu führen, ohne als verantwortungslos oder gar herzlos zu gelten oder sich so zu fühlen.

„Hartlich willkamen“ ist die plattdeutsche Version des auf hochdeutsch vielgespielten Boulevardstücks „Endlich allein“. Das Original „Alone together“ (Übersetzung von Wolfgang Spier) stammt von dem kalifornischen Autor Lawrence Roman. 1990 wurde das Stück veröffentlicht und am Broadway in New York aufgeführt.

Lawrence Roman kam auf einer Dinner-Party, die er in seinem Haus gab, auf die Idee, dieses Stück zu schreiben. Denn die dort versammelten Gäste, alles befreundete Ehepaare, berichteten durch die Bank von ihren mittlerweile erwachsenen Kindern, die wie „Bumerangs“ nach einer gewissen Zeit wieder ins traute elterliche Heim zurückkehrten — ein offenbar weit verbreitetes Phänomen.

In der niederdeutschen Fassung von Frank Grupe, Oberspielleiter am Hamburger Ohnsorg Theater, sind es jedoch nicht die Jungen, sondern die Alten, die wie selbstverständlich wieder Einlass begehren.

„Es hört sich vielleicht an wie ein Betroffenheitsstück, aber es gibt viel zu lachen — auch wenn es kein wirkliches Happy End gibt“, so Wolfgang Benninghoven. „Hartlich willkamen“ ist seine zehnte Regiearbeit für die Niederdeutsche Bühne Lübeck. Das Dialogstück hat er radikal um die Hälfte gekürzt. Während der Regisseur sein zehnjähriges Jubiläum feiern kann, ist der pensionierte Lehrer Heino Hasloop schon 25 Jahre dabei: Er spielt Alfred, Ellis 80-jährigen Vater. dku

Premiere: Dienstag,

5. April, Kammerspiele des Theaters

Lübeck, um 20 Uhr.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Immer mehr hochwertige Violinen werden zum Spekulationsobjekt — Geiger sind auf Mäzene angewiesen.

01.04.2016

Er hat Plattdeutsch in der Literatur salonfähig gemacht. Heute zählt Klaus Groth eher zu den Unbekannten. Das sanierte Heider Groth-Museum will das ändern.

01.04.2016

Der ungarische Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Imre Kertesz ist tot. Er starb gestern im Alter von 86 Jahren nach langer Krankheit in seiner Wohnung in Budapest.

01.04.2016
Anzeige