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Kultur im Norden Der Pianist Jong Hai Park in der MuK
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13:48 11.03.2019
Als wäre der Leibhaftige hinter ihm her: Jong Hai Park in der MuK. Quelle: Olaf Malzahn
Lübeck

Man glaubt es kaum: Der Konzertsaal der Musik- und Kongresshalle ist eine ausgezeichnete Spielstätte für Kammermusik. Zumindest, wenn das Publikum auf der Bühne rund um den Flügel des Solisten platziert wird. So geschehen am Sonntag, 10. März, zum Auftakt der Reihe „Neue Horizonte“, in der der Pianist Jong Hai Park als Preisträger zahlreicher Wettbewerbe und Steinway-Stipendiat auftrat.

190 Zuhörer können auf der Bühne der MuK Platz nehmen, gut 140 Stühle waren besetzt – kein schlechtes Ergebnis für eine Premiere. Der junge, aus Südkorea stammende Pianist bot ein abwechslungsreiches Programm, in dem er seine herausragenden technischen und gestalterischen Fähigkeiten unter Beweis stellen konnte. Carl Philipp Emanuel Bachs Sonate Nr. 1 e-Moll interpretierte Jong Hai Park mit großer Geste im Geiste der Empfindsamkeit, die melodische Zerrissenheit kam ebenso zur Geltung wie das dieser Musik eigene Pathos. Übergangslos folgte Haydns Sonate 46 in E-Dur. Hier gelang es dem Pianisten, die Strukturen der Komposition offenzulegen. Sehr differenziert erklang dann als letztes Werk vor der Pause Mozarts Sonate Nr. 17 B-Dur. Wie Jong Hai Park hier den langsamen Satz mit höchster emotionaler Kraft ausklingen ließ, um den finalen Satz dann mit Verve anzugehen, war große Kunst.

Der zweite Teil des Konzertes war Prokofiev gewidmet. Sechs Szenen aus der Ballettmusik „Romeo & Julia“ zelebrierte der Pianist als farbige Miniaturen, in denen er den Flügel wie ein ganzes Orchester klingen ließ, aber ebenso feinste Piano-Kultur bewies. Die abschließende Sonate Nr. 7 B-Dur zeigte wiederum die vielfältigen technischen und interpretatorischen Möglichkeiten des Pianisten. Den langsamen Satz zelebrierte er geradezu, den letzten Satz ging er in einem Tempo an, als wenn der Leibhaftige hinter ihm her gewesen wäre. Am Ende war der Beifall groß, der Pianist bedankte sich mit drei Zugaben.

Jürgen Feldhoff

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