Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 5 ° heiter

Navigation:
Pizza zu Piazzolla

Schwerin Pizza zu Piazzolla

Beschwingter Auftakt der Meckproms mit der Mecklenburgischen Staatskapelle in Schwerin.

Voriger Artikel
Baubeginn für „Kanalphilharmonie“ auf Kampnagel
Nächster Artikel
Hamburger Filmfest verliert TV-Produzentenpreis

In Schwerin wurden die Meckproms eröffnet — nun tourt die Mecklenburgische Staatskapelle über das Land.

Quelle: Foto: Silke Winkler

Schwerin. Wenn der Generalmusikdirektor den Taktstock mit einem rosa Leuchtschwert tauscht, ist klar: Heut wird‘s heiter. Mit Melodien aus dem Film „Star wars“ (Schwert!) beginnt das Eröffnungskonzert der diesjährigen Meckproms auf der Schweriner Freilichtbühne. Diese Sommerkonzerte der Mecklenburgischen Staatskapelle finden im Freien statt und lehnen sich an die berühmten englischen Promenadenkonzerte (Proms) an. Die wurden vor über 100 Jahren zum ersten Mal in London zelebriert, um auch Menschen anzusprechen, die normalerweise keine Klassik-Fans sind. Und zwar mit günstigen Preisen und zwangloser Atmosphäre: Essen, Trinken und Rauchen wurden ausdrücklich erlaubt.

Und so gehört auch bei den Meckproms ein gepflegter Picknickkorb zum Must-Have. Weinflaschen werden entkorkt, Tupperdosen mit Käse und Weintrauben auf den Rasen gestellt, Kinder knabbern Kekse, ein junges Paar öffnet eine Pizzaschachtel. „Summertime and the livin‘ is easy“, singt Suzanne Dowaliby samtig in die Dämmerung. Das Leben ist leicht an diesem milden Juliabend.

Generalmusikdirektor Daniel Huppert führt seine Musiker und die 2500 Besucher der Schweriner Freilichtbühne charmant durch ein vorwiegend sommerlich beschwingtes Programm. Astor Piazzolla, Leonard Bernstein, George Gershwin, Andrew Lloyd Webber und Johann Strauß stehen auf dem Programm, Klassik neben amerikanischer Filmmusik und Musical-Gassenhauern wie „Memory“ aus Cats.

Suzanne Dowaliby und Itziar Lesaka sind die starken Solo-Stimmen an diesem Abend, der Solotrompeter der Mecklenburgischen Staatskapelle, Bassam Mussad, sorgt bei „Embracable You“ für Gänsehaut. Auch ein bisschen Spaß muss sein: Jürgen Wiesner, verkleidet als schrulliger Beamter, tippt bei „Typewriter“ im Takt auf einer Schreibmaschine. Und zur „Waltzing cat“ von Leroy Anderson jaulen die Musiker — purer Katzenjammer.

Nach englischem Vorbild darf bei den geplanten Zugaben nicht „Pomp and Circumstance“ fehlen — da kommen dann auch endlich Wunderkerzen und Union Jack (und andere Fahnen) zum Einsatz, bevor der Radetzky-Marsch als Rausschmeißer erklingt. Füße wippen, es wird mitgeklatscht, und der Klangkörper, der sein 450jähriges Bestehen feiert, wirkt ziemlich jung und elastisch. Nun geht er auf Tour zu reizvollen Orten in Mecklenburg-Vorpommern, und wer einen heiteren Abend erleben will, pilgere zu einem der Meckproms. Picknickkorb nicht vergessen.

Weitere Termine: So., 7. Juli, vor dem Schweizerhaus in Ludwigslust, Di., 9. Juli, auf dem Domplatz in Güstrow, So., 14. Juli, vor dem Schloss Bothmer in Klütz, Di., 16. Juli, vor dem Unteren Schloss in Mirow, So., 21. Juli im Fürstenhof in Wismar

Petra Haase

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur im Norden