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Kultur im Norden Platt-Premiere im Kino: Theater vor 360 Gästen
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22:31 04.11.2013
Ich kenne viele der Schauspieler auf der Bühne — das macht es spannend.“Gudrun Jaschkowiak (54), Torisdorf
Schönberg

„Ausklabüstern“, „Kierls“ und „Betthupper“ — Worte wie diese waren am Sonnabend und Sonntag im Schönberger Kino zu hören. Die niederdeutsche Bühne „Schönbarger Späldäl“

führte die erste und zweite Premiere ihres Stückes „Dat Mannswiew un de lütte Ünnerscheid“ auf. Und es klangen wahrlich klare Töne an die Ohren der 190 Zuschauer am Sonnabend und der 170 Besucher am Sonntag: Die Akustik war einer der Gründe, weshalb die „Schönbarger Späldäl“ ihre Spielstätte wechselte. Auch Zuschauerin Gudrun Jaschkowiak (54) aus Torisdorf befand den Klang für außergewöhnlich.

Sie sagte nach der Aufführung gestern: „Er ist viel besser als in der Palmberghalle.“

An beiden Tagen waren die Orpheum-Lichtspiele bis zum letzten Platz besetzt — am Sonnabend wurden sogar noch 20 Stühle hinzugestellt, um das Publikum nicht vor der Tür stehen zu lassen, wo ein provisorischer Eingang geschaffen wurde. Eine Möglichkeit für Rollstuhlfahrer und eine hölzerne Treppe wartete auf die Gäste, die es sich im Inneren auf den knallroten und mit Samt gepolsterten Kinostühlen bequem machten.

Stefan Scholz, Besitzer der Orpheum-Lichtspiele, saß am Sonntag in der letzten Reihe und genoss die Vorstellung auf der Bühne. Dort flimmern sonst bei verschiedenen Veranstaltungen Filme über die Leinwand. „Von der netten Atmosphäre, die durch das Platt aufkommt, bin ich begeistert“, sagte Stefan Scholz.

Die Zuschauer empfanden das anscheinend genauso: Zu laut war ihr Lachen, zu andauernd ihr Applaus, als dass es anders hätte sein können. Knapp zwei Stunden dauert das Stück, das gespickt ist mit Pointen und eingestreuten Lebensweisheiten. „Einen Kerl hat man entweder zu Füßen, oder aber am Hals“, heißt es da zum Beispiel. An anderer Stelle wird gesagt: „Frauen sind immer gefährlich“ und auch die Aussage „Ich habe nichts verbrochen, so muss ich nichts gutmachen“ fällt während der Inszenierung.

Im Mittelpunkt des turbulenten, nicht selten auch verzwickten Geschehens: Gesine Konrad als Jakob Anders, eigentlich Grit. Grits Ehemann ist verstorben, hat ihr jedoch vor seinem Ableben noch aufgetragen, ihn zu spielen, damit die Rente nicht wegfällt. Gesagt, getan: Nur verliebt Jakob Anders sich und auch eine Tochter taucht auf. Die Szenerie beginnt mit einer Kräuterfrau, die torkelnd nicht auf der Bühne des Kinos steht, sondern sich den Weg durch das Publikum bahnt. „Fiderallala“ trällert sie dabei.

Weitere Vorstellungen:

9. November in Gallin, 10. November in Lützow und 6. Dezember in Gostorf.


Ansprechpartner für weitere Engagements und Mitstreiter sind Beate Eggert, ☎ 03 88 28/ 2 12 75, und Angelika Soltow, ☎ 03 88 28/2 4144.

Dana Dolata

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