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Prominente Autoren waren Gäste

Klütz Prominente Autoren waren Gäste

Literaturhaus wurde vor zehn Jahren eröffnet / Im April soll groß gefeiert werden.

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Für 1,24 Millionen Euro wurde der alte Getreidespeicher zum Literaturhaus umgebaut.

Quelle: Elena Vogt

Klütz. Seit zehn Jahren beherbergt der um 1890 erbaute ehemalige Getreidespeicher nahe dem Klützer Marktplatz das Literaturhaus „Uwe Johnson“ mit einer umfangreichen Ausstellung über den Schriftsteller. In diesem Jahr soll das zehnjährige Bestehen gefeiert werden. Die Vorbereitungen für Veranstaltungen vom 8. bis zum 10. April laufen bereits auf Hochtouren.

Am 7. April 2006 wurde das Literaturhaus feierlich eröffnet. Seitdem können Besucher dort nicht nur die Ausstellung über Uwe Johnson besichtigen, der in seinem Roman „Jahrestage“ von der Stadt Jerichow schreibt, die tatsächlich Klütz sein soll. Mit der im Haus untergebrachten Stadtbibliothek werden jährlich Vorlesewettbewerbe für Schüler ausgerichtet. Das Literaturhaus bietet zudem das ganze Jahr über kulturelle Veranstaltungen mit engem Bezug zur Literatur an, zig Autoren stellten bereits ihre Bücher in Lesungen vor oder Schauspieler gastierten, um unter anderem aus dem Werk Uwe Johnsons zu lesen. Unter ihnen tauchten in den vergangenen neun Jahren immer wieder prominente Namen auf.

Für den 2015 verstorbenen Hellmuth Karasek und für den russischen Autoren Wladimir Kaminer reichte der Platz im Literaturhaus nicht aus und die Lesungen wurden in die Klützer Marienkirche verlegt.

„Hellmuth Karasek war sehr angetan“, berichtet die wissenschaftliche Leiterin des Literaturhauses, Dr. Anja-Franziska Scharsich. „Er wollte unbedingt noch einmal herkommen und im Literaturhaus lesen.

Leider ist daraus nichts mehr geworden.“ In den zehn Jahren waren bekannte junge Schriftsteller wie Benjamin Lebert oder Bastian Bielendorfer Gäste, die persönlich ihre Bücher vorstellten.

Schauspieler wie Winfried Glatzeder oder Martin Semmelrogge bereicherten das Programm des Literaturhauses unter anderem im jährlichen Literatursommer. Kabarettist Hans Scheibner strapazierte bereits mehrfach die Lachmuskeln. Auch Autoren, die eigentlich aus anderen Berufsfeldern kommen, waren im Literaturhaus „Uwe Johnson“ zu Gast. Mecklenburg-Vorpommerns ehemaliger Ministerpräsident Bernd Seite las 2009 aus seinem Buch „Schneeengel frieren nicht“. TV-Wetterexperte Stefan Kreibohm stellte ebenso ein Buch vor wie Moderator und Musiker Bürger Lars Dietrich oder MTV-Moderator Markus Kavka.

„Die Bekanntheit der Stadt ist durch das Literaturhaus erheblich gestiegen. Es hat eine sehr große Bedeutung für Klütz“, sagt Bürgermeister Guntram Jung (CDU). „Ich wurde auf Reisen in Deutschland schon öfter angesprochen, dass Klütz doch die Stadt mit dem Literaturhaus sei“, berichtet er.

„Die größte Adelung war meiner Meinung nach, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel im vergangenen Jahr bewusst zuerst das Literaturhaus und erst dann Schloss Bothmer besucht hat“, sagt Jung und freut sich. Er ist sehr stolz, dass über die zehn Jahre die hohe Qualität der Ausstellung und der Veranstaltungen gehalten wurde. „Ohne Dr. Scharsich als wissenschaftliche Leiterin und ohne den Förderverein wäre es heute wahrscheinlich nicht so, wie es ist.“ Guntram Jung hofft, dass die Stadt auch weiterhin Geld für das Literaturhaus zur Verfügung stellen kann und es weiter Fördermittel geben wird.

Der Förderverein
Der Förderverein „Uwe Johnson“ in Klütz wurde am 23. Oktober 2002 gegründet. Seine Mitglieder unterstützen unter anderem die Veranstaltungen des Literatursommers. Außerdem bieten sie regelmäßige literarische Spaziergänge durch die Stadt an. Unterwegs lesen sie Auszüge aus Uwe Johnsons Werk „Jahrestage“.
Durch die Teilfinanzierung einer zweiten Arbeitskraft trägt der Verein dazu bei, dass das Literaturhaus mit Stadtbibliothek und Stadtinformation personell gut besetzt ist und kontinuierliche Öffnungszeiten gewährleistet werden. Der Verein wirbt aber auch Sponsorengelder für Veranstaltungen und Künstlerhonorare ein.

Malte Behnk

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