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Raubkunst-Bronzen aus Benin

Hamburg Raubkunst-Bronzen aus Benin

Hamburger Museum durchforscht eigene Sammlung – und präsentiert Ergebnisse in Ausstellung.

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Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zeigt Raubkunst und bekennt sich zu seiner Geschichte.

Quelle: Foto: Dpa

Hamburg. Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) hat die Herkunftsgeschichte der drei Benin-Bronzen aus seiner Sammlung erforscht und präsentiert die Ergebnisse nun in einer Ausstellung. „Dass es sich bei den Bronzen um Raubkunst handelt, steht heute außer Frage“, sagt Direktorin Sabine Schulze. Britische Truppen beschlagnahmten sie 1897 zusammen mit anderen Objekten im Königspalast von Benin und brachten sie nach Europa. Der Gründungsdirektor des Museums, Justus Brinckmann, erkannte die künstlerische Kraft und Präzision der Einzelstücke und erwarb die Bronzen als erster deutscher Museumsdirektor.

In der Hafenstadt Hamburg mit den in Afrika verankerten Handelsfirmen saß Brinckmann an zentraler Stelle und trat nach Angaben des Museums als Vermittler auf. Von den rund 50 Bronzen, die durch seine Hände gingen, blieben drei im MKG, ein großer Teil wurde in die Sammlung des Hamburger Völkerkundemuseums abgegeben. „Es ist sinnvoll und wichtig, dass die Provenienzforschung auf Objekte ausgeweitet wird, die in der Kolonialzeit erworben wurden“, sagte Kultursenator Carsten Brosda. „Die erforschten Objektbiografien veranschaulichen die Komplexität der kolonialen Verflechtungsgeschichte, deren Auswirkungen bis ins Heute reichen.“

LN

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