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Kultur im Norden Reisegepäckversicherung für die Bürde Angst
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20:15 06.02.2016
Barrikade gegen das Gefühl der Bedrohung. Spielclub-Mitglieder versichern: „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten.“ Quelle: Roeßler

„Die Nummer 97 bitte“, schallt es durch den Raum, ein junger Mann steht aus dem Publikum auf und betritt die Bühne. Es ist Karl-Heinz Angst (Torben Appel), er möchte seinen Namen ändern lassen. Die Büroangestellte nickt zunächst verständnisvoll, dann schaut sie überrascht. „In ,Aangst‘ will ich meinen Nachnamen ändern lassen. Ich möchte auch endlich mal der erste sein im Telefonbuch“, ruft der junge Mann, dann geht abrupt das Licht aus.

„German Angst“, das neue Stück des Spielclubs 2 am Lübecker Theater, ist eine Collage aus Musik, Schauspiel und Tanz, in der sich die zwölf Jugendlichen mit allen Facetten der Angst beschäftigen.

Regie führt Maren Wegner . „Man kann sich nicht abschotten gegen die Angst, man kann es auch nicht versuchen. Man zittert und schüttelt sich und ist verzweifelt wenn die Angst einen besteigt“, ruft Tim Neumann und blickt in die Augen der Zuschauer.

Es gibt nur wenige Requisiten, aber ausdrucksstarke Choreographien in den lose verknüpften Szenen. Auch die positiven Seiten der Angst werden aufgegriffen. „Sie verschont uns davor, uns stärker mit der Welt zu konfrontieren, als die Welt es möchte“, sagt Tim Neumann. Dann betritt mit herrischem Ton Josha Buhl die Bühne. Er kommandiert die jungen Leute umher, bringt sie dazu, Krieg zu führen.

Entschlossen formieren sie sich zu einer Barrikade. „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten“, ruft Josha, dann wird es dunkel.

Gegen Ende wird es humorvoll, als Hanna Gottschalk im Deutschland-Trikot auftritt. „Wir nörgeln mit großer Zufriedenheit und Stolz. Doch unsere Flaggen holen wir nur zur WM heraus“, sagt sie lachend.

„Ohnehin tragen wir Deutschen eine große Last mit uns herum. Aber dafür haben wir eine Reisegepäckversicherung.“

Weitere Aufführung: heute, 18.30 Uhr, Junges Studio.

mwe

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