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Rendsburg zeigt seine militärische Geschichte

Rendsburg Rendsburg zeigt seine militärische Geschichte

Ausstellung im Alten Arsenal erinnert an 350 Jahre Soldatenleben an der Eider.

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Historische Uniformen und Kopfbedeckungen zählen zum militärhistorischen Fundus des Historischen Museums in Rendsburg. Das Museum ist im Alten Arsenal untergebracht.

Quelle: Fotos: Museum Rendsburg

Rendsburg. ist die älteste Garnisonsstadt in Schleswig-Holstein. Seit 350 Jahren lag Militär in der Stadt an der Eider, dem ehemaligen Grenzfluss mit Dänemark:

dänische Soldaten, Preußen, deutsche Reichstruppen, die Wehrmacht und zuletzt die Bundeswehr, die mittlerweile allerdings auch ihre letzte Kaserne in der Stadt geräumt hat. Das Historische Museum der Stadt zeigt derzeit eine Ausstellung über die militärische Geschichte Rendsburgs.

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Auch Uniformen aus dem Zweiten Weltkrieg gehören zur Sammlung des Rendsburger Museums.

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Es ist keine gewöhnliche Ausstellung, in der die Exponate ordentlich beschriftet und in Reih und Glied präsentiert werden, um im militärischen Jargon zu bleiben. Im Gegenteil: Die Sonderausstellungsfläche des im Alten Arsenal untergebrachten Museums ist in verschiedene Räume geteilt, die mehr oder weniger willkürlich mit Exponaten aus der militärhistorischen Sammlung bestückt sind.

„Das Museum hat nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1871 begonnen, eine militärische Sammlung aufzubauen“, sagt Museumsleiter Martin Westphal. „Wir setzen diese Sammel-Tradition bis heute fort, weil die militärhistorischen Objekte wichtige Sachzeugen der Stadtgeschichte sind.“ Allerdings fehlt es dem Museum an Platz, um die Objekte fachgerecht zu präsentieren. Im Zertifizierungsverfahren für elf schleswig-holsteinische Museen war Rendsburg erfolgreich, erhielt aber Auflagen: Wenn es bis 2019 nicht gelingt, das Museum inhaltlich neu aufzustellen und den Schwerpunkt der Ausstellung auf die Garnisonsgeschichte der Stadt zu legen, wird das Gütesiegel der Zertifizierung wieder entzogen.

„In der Dauerausstellung hatten wir bislang 14 Quadratmeter Platz für militärhistorische Ausstellungsstücke“, sagt Westphal. „Um zu zeigen, was sich in unserem Fundus befindet, haben wir jetzt diese Ausstellung gestaltet. Dabei wäre eine Lösung unserer Platzprobleme ganz einfach.“ Gleich neben dem Alten Arsenal befindet sich die Eider-Kaserne, die nicht mehr von der Bundeswehr genutzt wird. Im Masterplan für die Nutzung der Räumlichkeiten ist die 700 Quadratmeter große Kraftfahrzeug-Halle für museale Zwecke vorgesehen. Westphal: „In dieser Halle könnten wir das Norddeutsche Druckmuseum sehr viel besser unterbringen als jetzt im Erdgeschoss des Museums, der Raum wäre auch sehr viel industriemäßiger. Wenn die Fläche im Arsenal frei wäre, könnte man die Ausstellung des Historischen Museums mit Schwerpunkt Garnisonsgeschichte sinnvoll neu überplanen.“

Bislang aber wagt sich die Rendsburger Politik an dieses Problem nicht heran, noch nicht einmal zu einer ernsthaften inhaltlichen Diskussion über die Pläne des Museums ist es bislang gekommen. „Das Historische Museum hat allerlei Staub angesetzt, nach 25 Jahren muss die Dauerausstellung dringend aufgefrischt werden. Und deshalb zeigen wir erstmals öffentlich, was sich in Sachen Militärgeschichte in unserem Fundus befindet“, so Westphal.

Und diese Objekte sind in der Tat erstaunlich vielfältig. Gewehre von der aus der Barockzeit stammenden Wallbüchse bis hin zu Wehrmachts-Karabinern, Beutestücke aus dem Feldzug 1870/71, Fahnen und Ausrüstungsgegenstände des Rendsburger Hausregimentes Nr. 85 „Herzog von Holstein“: Insgesamt zwei Drittel des Magazinbestandes sind derzeit ausgestellt.

„Soldaten haben hier immer zum Stadtbild gehört“, sagt Museumsleiter Westphal. „Von den alten Befestigungen ist zwar nichts mehr vorhanden, aber die Stadt sieht so aus, wie sie aussieht, weil sie nach militärischen Gesichtspunkten geplant und gebaut wurde. Rendsburg und sein Militär waren über Jahrhunderte eine Einheit — Stadtgeschichte ohne Militär- und Garnisonsgeschichte ist in Rendsburg nicht denkbar.“

Kriegerische Geschichte
In den vergangenen Jahren hat sich das Historische Museum Rendsburg immer wieder mit der Militärgeschichte der Stadt beschäftigt. 2014 ging es um den Deutsch-Dänischen Krieg 1864, dessen erste Schüsse in Rendsburg fielen. Die jetzige Schau ist bis zum 14. Februar zu sehen, Öffnungszeiten: dienstags bis freitags 10 bis 18 Uhr, sonnabends/sonntags 10 bis 17 Uhr.
„Stadtgeschichte ohne Militär- und Garnisonsgeschichte
ist in Rendsburg
nicht denkbar.“
Museumsleiter Martin Westphal

Jürgen Feldhoff

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