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Ritterschlag für Ryusuke Numajiri

Tokio Ritterschlag für Ryusuke Numajiri

Lübecks Generalmusikdirektor hat vom Kronprinzen Naruhito einen hohen japanischen Orden erhalten.

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Ryusuke Numajiri im traditionellen Gewand mit der Medaille am violetten Band.

Tokio. Der Generalmusikdirektor der Hansestadt Lübeck, Ryusuke Numajiri, hat vom japanischen Staat den Orden Shiju hosho (Medaille am violetten Band) verliehen bekommen.

Die Auszeichnung wurde ihm bei einer Zeremonie im japanischen Kaiserpalast vom Kronprinzen Naruhito überreicht. Damit wurden Numajiris Verdienste für hochkarätige Opernproduktionen in Deutschland und Japan sowie sein Engagement für zeitgenössische Musik gewürdigt. Er ist seit der Spielzeit 2013/14 Chefdirigent des Lübecker Theaters.

Nach seiner musikalischen Ausbildung in den Fächern Klavier und Dirigieren in Tokio wurde Numajiri als Assistent von Seiji Ozawa beim New Japan Philharmonic Orchestra geprägt. Bei dem Lübecker „Don Carlo“, der 2014 den Theaterpreis „Faust“ für die beste deutsche Opernregie erhielt, hatte Numajiri die musikalische Leitung.

Die Auszeichnung Shiju hosho wird japanischen Künstlern für ihr Gesamtwerk verliehen. Sie ist eine Art Ritterschlag, der Geehrte steigt in die Kategorie der „Meister“ auf.

Die Verleihung der Medaille am violetten Band im Tokioter Plast des Tenno fällt in eine Übergangszeit. Der Tenno ist oberster Priester der Shinto-Religion, Symbol des Staats und der Einheit des Volkes. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde er als Gott verehrt. Er nimmt das Amt bisher auf Lebenszeit wahr. Der amtierende Kaiser Akihito (83) hat auf vorsichtige japanische Art den Wunsch nach einer Abdankung geäußert. Das Kabinett in Tokio beschloss einen Gesetzesentwurf, der die Rechtsgrundlage für einen Rücktritt Akihitos legt. Kronprinz Naruhito soll als Kaiser 2018 folgen.

Ryusuke Numajiri beendet seine Zeit als Lübecker Generalmusikdirektor mit der Leitung von Richard Wagners Oper „Der fliegende Holländer“ (Premiere am nächsten Freitag) und dem Philharmonischen Konzert „Über die Grenze“ (16. Juli, 11 Uhr; 17. Juli, 19 Uhr) in der Musik- und Kongresshalle. Er will sich in der Folge seiner internationalen Karriere widmen, bleibt dem Lübecker Orchester aber als Gastdirigent erhalten.

LN

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