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Kultur im Norden Rock-Pionier Lou Reed am Ende aller Lieder
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20:24 28.10.2013
Ein Monument auf der Bühne: Lou Reed 2007 in Berlin. Quelle: dpa

„Take a Walk on the Wild Side“ sang Lou Reed zu Beginn seiner Karriere. Der Song wurde zur Hymne und zu seinem ganz persönlichen Lebensmotto. Am Sonntag ist der ehemalige Frontmann der Band Velvet Underground, der Rock-Junkie und Avantgarde-Musiker im Alter von 71 Jahren gestorben.

Weggefährten verneigten sich gestern vor dem Künstler. David Bowie nannte ihn einen „Meister“, Patti Smith trauerte um einen ihrer „wichtigsten Freunde“. „Die Welt hat einen ausgezeichneten Songwriter und Poeten verloren. Ich habe meinen Schulhof-Kumpel verloren“, schrieb John Cale, der zweite prägenden Kopf von Velvet Underground. „Mein Freund Lou Reed ist am Ende seines Songs angelangt“, twitterte Schriftsteller Salman Rushdie.

Mit Songs wie „Perfect Day“ wurde der 1942 im New Yorker Vorort Freeport auf Long Island geborene Reed weltberühmt. Seine Jugend war schwierig. Die Eltern schickten ihn wegen homosexueller Neigungen in psychiatrische Behandlung, wo er angeblich Elektroschocks erhielt. Seine Karriere startete 1965 mit Velvet Underground, fünf Jahre später hatte er sich einen Platz in der Popgeschichte gesichert.

Mit ihrem düsteren Sound stellte sich die von Andy Warhol geförderte Band gegen die Hippie-Bewegung, zunächst ohne kommerziellen Erfolg. Ironie der Geschichte: Das endlich erfolgreiche und von der Kritik gelobte Album „Loaded“, das deutlich Reeds Handschrift trägt, kam erst kurz nach dessen Bandausstieg 1970 auf den Markt. Stücke wie „Sweet Jane“ oder „Rock‘

n‘Roll“ wurden später zu Klassikern in seinem Repertoire.

Legendär sind auch seine Soloalben „Transformer“ (1972 — mit „Walk on the Wild Side“), „Berlin“ (1973), die grelle Lärmorgie „Metal Machine Music“ (1978) sowie seine Comeback-CD „New York“

(1989). Reed bekannte: „Ich mag Musik, die mich körperlich erschüttert“. Der sanfte Song „Perfect Day“, der in dem Film „Trainspotting“ (1996) zu neuen Ehren kam, hört sich an wie eine Liebeserklärung. Viele deuten den Text allerdings als einen Lobgesang auf seinen Drogenkonsum. Denn Reed machte nicht nur mit seiner Musik von sich reden, i mmer wieder wurde von Drogenexzessen berichtet Noch im April hatte sich Reed einer Lebertransplantation unterzogen.

Neuland betrat er 1996 mit der Komposition des Musicals „Time- Rocker“, das Regisseur Robert Wilson am Hamburger Thalia-Theater inszenierte. Für das Nachfolgewerk „POEtry“

setzte Reed ebenfalls gemeinsam mit Wilson Gedichte und Texte von Edgar Allen Poe musikalisch um.

Zuletzt hatte sich Reed verstärkt neuen Projekten gewidmet und mit Bildenden Künstlern, Theater- und Filmemachern wie Wim Wenders, Julian Schnabel und seiner dritten Ehefrau, der Performance-Künstlerin Laurie Anderson, zusammengearbeitet.

LN

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