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Roland Jahn und Klaus Schlie fordern Brückenschlag

Schlagsdorf Roland Jahn und Klaus Schlie fordern Brückenschlag

Der Leiter der Stasiunterlagenbehörde und der schleswig-holsteinische Landtagspräsident besuchten gestern das Grenzhus.

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Grenzhusleiter Andreas Wagner erläutert Roland Jahn (v. l), Klaus Schlie, Jochen Schmidt und Robert Paeplow in einem Schaukasten den Verlauf der ehemaligen innerdeutschen Grenze.

Quelle: ps

Schlagsdorf. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein müssen mehr Brücken schlagen. Das forderten gestern Roland Jahn, Leiter der Stasiunterlagenbehörde, und der schleswig-holsteinische Landtagspräsident Klaus Schlie bei einem Besuch des Grenzhus in Schlagsdorf. Andreas Wagner, Leiter des Informationszentrums zur innerdeutschen Grenze, freute sich über die Gäste. Er sagte: „Der Besuch war eine Wertschätzung unserer Arbeit.“

Die Betreiber der Gedenkstätte an der Grenze zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein haben in Zukunft viel vor: In zwei bis drei Jahren solle das Haus für alle zugänglich sein, sagt Erik Gurgsdies, Vorsitzender des Trägers Politische Memoriale. Dass das Haus nicht barrierefrei ist, sei eines der Probleme des Grenzhus. 12000 Besucher seien 2015 in die Ausstellung gekommen.

Ein Viertel der Kosten von etwa 160000 Euro pro Jahr könnten sie so selbst erwirtschaften, berichtet Gurgsdies. „Aber wir müssen noch Schleswig-Holstein beackern.“

20 Prozent der Besucher seien Schüler, sagt Andreas Wagner. „Damit sind wir nicht zufrieden.“ In Schülergruppen sieht er ein großes Potenzial — und gleichzeitig ein Problem. Denn es fehle an einer Busverbindung nach Schlagsdorf. Schulen aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg oder Lübeck müssten extra Busse chartern. „Wir müssen da zu Lösungen kommen“, sagt Wagner. „Wir sehen uns vor riesige Aufgaben gestellt.“

Roland Jahn kennt viele Grenzanlagen und Gedenkstätten, in Schlagsdorf war er gestern zum ersten Mal an diesem Vormittag. „Es war mir lange ein Anliegen, hierher zu kommen“, sagte er und lobte das bürgerschaftliche Engagement. Die Aufarbeitung der Geschichte sei eine gesellschaftliche Aufgabe. Der Staat solle das unterstützen und fördern, fordert Jahn. Dazu müsse man eine Brücke zu jungen Menschen schlagen. Und das Interesse auch der jüngeren Generation sei groß, berichtet der damalige DDR-Oppositionelle von seinen Erfahrungen mit Schülergruppen und deren natürlicher Neugier.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10 bis 16.30 Uhr, Sonnabend und Sonntag von 10 bis 16.30 Uhr. Kontakt: ☎ 038875/20326

Philip Schülermann

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