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Kultur im Norden „Ich verstehe mich als Unterhalter“
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12:49 24.08.2018
Roland Kaiser singt am 9. September in Timmendorfer Strand alte Hits in neuem Gewand. Quelle: dpa
Lübeck

Als SPD-Mitglied bezieht er Stellung zu gesellschaftlichen Themen, doch auf der Bühne möchte er seinen Besuchern schöne Stunden bereiten. Und solange sie in seine Konzerte strömen und ihm selbst die Auftritte Spaß machen, wird er weiter durch die Bühnen des Landes ziehen, sagt ein gut gelaunter Roland Kaiser im Interview.

Herr Kaiser, am 9. September können wir Sie in Timmendorfer Strand erleben. Sind Sie ein Strandmensch?

Auf jeden Fall. Wir haben ein Haus auf Sylt. Meine Frau und ich gehen gerne nachmittags mit dem Hund am Strand spazieren. Mit den Füßen im Wasser, wunderbar.

Können Sie sich erinnern, wann Sie zum letzten Mal in Timmendorfer Strand waren?

Oh, schwer zu sagen, das könnte 25 Jahre her sein.

39 Jahre! Es gibt von Ihnen einen Eintrag im Gästebuch der Gemeinde. Sie schreiben: Bis zum nächsten Mal!

So lange ist das her! Aber in der Region bin ich in den vergangenen Jahren öfter aufgetreten.

Als der Verkauf für „Stars am Strand“ gestartet ist, gingen Roland-Kaiser-Karten als erste weg. Wie erklären Sie sich Ihren Erfolg über viele Jahrzehnte?

Es hängt wohl damit zusammen, dass ich immer versucht habe, mir treu zu bleiben. Die Menschen merken, dass ich meinen Beruf liebe und dass ich die Besucher liebe, die in meine Konzerte kommen. Dazu kommt das notwendige Glück, die richtigen Lieder zur richtigen Zeit gehabt zu haben.

Tickets & Verlosung

Das Konzert beginnt am Sonntag, 9. September, um 19 Uhr in der Musik-Arena an der Maritim Seebrücke in Timmendorfer Strand, Einlass ab 17 Uhr. Karten gibt es ab 57 Euro bei tickets.ln-online.de und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Verlosung: Die Lübecker Nachrichten verlosen drei mal zwei exklusive Tickets. Die Gewinner erhalten die Möglichkeit, Roland Kaiser backstage zu treffen für einen Schnappschuss und einen netten Plausch. Danach besuchen sie das „Stars am Strand Konzert“. Schreiben Sie uns Ihren Lieblingshit von Roland Kaiser an heimat@ln-luebeck.de oder Lübecker Nachrichten, Kultur, Stichwort: Roland Kaiser, Herrenholz 10-12, 23556 Lübeck.

Was werden Sie in Timmendorfer Strand singen?

Eine Mischung aus den großen Hits und neueren Titeln. Das wollen die Menschen ja hören, wenn sie in mein Konzert gehen. Natürlich klingt „Santa Maria“ heute anders als vor 40 Jahren. Die alten Hits in neuem Gewand zu präsentieren, macht mir sehr viel Freude. Ich habe eine großartige Band mit 14 exzellenten Musikern, das ist sehr anspruchsvoll.

Kürzlich lief im Fernsehen ein Konzertmitschnitt der „Kaisermania“ aus Dresden. Unglaublich, wie viele junge Leute vor der Bühne jubelten. Und die waren textsicher!

Ja, es ist eine tolle Mischung im Publikum. Bestimmt die Hälfte der Menschen ist unter 40. Sie waren noch nicht mal auf der Welt, als meine großen Hits entstanden sind, und sie können die Lieder tatsächlich mitsingen.

Wie erklären Sie sich das?

Seit einigen Jahren ist es wieder selbstverständlicher, dass man in seiner eigenen Sprache singt, und das finde ist gut und richtig. Junge Leute hören Songs in deutscher und englischer Sprache, entscheidend ist die Qualität.

Bekommen Sie noch viel Fanpost?

Am Anfang der Karriere ist der Ansturm naturgemäß größer, weil viele Fans Autogramme haben wollen. Inzwischen haben die meisten ja eins. Es ist nicht so, dass nichts mehr kommt, aber es hat sich normalisiert.

Sie sind SPD-Mitglied und beziehen öffentlich Stellung zu politischen Themen, was viele Künstler scheuen. Haben Sie dadurch schon Nachteile gehabt?

Nein. Es gibt natürlich Menschen, die die neuen Medien nutzen, um ihr Missfallen auszudrücken, aber ich lese das nie und bleibe bei meiner Entscheidung, mich einzumischen und Dinge anzusprechen, die ich für diskussionswürdig halte. Es interessiert mich nicht, wenn jemand die sozialen Medien nutzt, um zu pöbeln.

Beziehen Sie auch auf Konzerten Stellung?

Nein, ich verstehe mich als Unterhalter. Es ist meine Aufgabe, die Menschen, die zu mir kommen, mit einem guten Gefühl nach Hause zu entlassen. Wenn ich etwas zu sagen habe, weil mich Dinge in unserer Gesellschaft stören, dann tue ich das in anderer Form, etwa in Interviews.

Was brennt Ihnen denn aktuell unter den Nägeln?

Da müssen wir uns doch nicht lange unterhalten. Uns alle bewegt das Flüchtlingsthema. Hätten wir von Anfang an europäische Lösungen gesucht, wäre es gar nicht so weit gekommen, dass sich die Koalitionsparteien so zerstreiten mussten.

Hätte Angela Merkel denn 2015, als die vielen Flüchtlinge kamen, anders handeln sollen?

Natürlich nicht, sie hätte gar nicht anders handeln können. Es ist ja in der Verfassung verankert, das wir schutzbedürftige Menschen aufnehmen müssen, und da sollten wir auch stolz drauf sein. Aber eine europäische Lösung ist vonnöten, und ich hoffe, dass die jetzt gesucht und gefunden wird.

Mick Jagger ist gerade 75 Jahre alt geworden und denkt nicht an Ruhestand. Sie sind ja erst 66. Wie ist Ihre Berufsplanung?

So lange ich gesund bin und die Menschen sich entscheiden, meine Konzerte zu besuchen, mache ich weiter, weil es mir auch unglaublichen Spaß macht. Ich habe mit meiner Frau übrigens vor ein paar Wochen Herrn Jagger mit den Stones im Olympiastadion gesehen. Es war sensationell.

Sie stehen bei Ihren Konzerten zweieinhalb Stunden ohne Pause auf der Bühne. Wie halten Sie sich fit?

Regelmäßig Sport treiben und in Maßen leben.

Als Hobbypilot müssen sie ja auch fit sein.

Genau. Ich liebe es, über Schleswig-Holstein zu fliegen. Über die Inseln oder auch nach Kiel. Vor kurzem war ich gerade in Lübeck.

Und was machen Sie dann?

Wir steigen aus, gehen ein bisschen in die Stadt und fliegen dann nach Sylt zurück.

Werden Sie erkannt und angesprochen?

Ja, selbstverständlich. Aber das stellt für mich auch kein Problem dar.

Petra Haase

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