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Kultur im Norden Ronja spielt im Märchenwald
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17:06 28.11.2018
„Menschen klaut man nicht“: Ronja Räubertochter weiß, was sie will. Quelle: Marlene Meyer-Dunker
Lübeck

Ronja Räubertochter“ ist die letzte große Geschichte, die Astrid Lindgren verfasst hat. Eine wunderbare, ergreifende Erzählung um Ronja, die Tochter des Räubers Mattis, und ihre Freundschaft zu Birk, dem Sohn des Räuber-Konkurrenten Borkas. „Für mich steht diese Freundschaft zwischen den beiden Kindern, die aus verfeindeten Familien kommen, im Mittelpunkt der Geschichte“, sagt die junge Regisseurin Anne Werner, die „Ronja Räubertochter“ in Lübeck auf die Bühne bringt. „Man kann aus dieser Geschichte lernen, was Freundschaft bedeutet und was man für sie tun muss, um sie gegen alle Widerstände zu erhalten.“ Ronja riskiert sogar den Bruch mit dem eigenen Vater, als sie sich freiwillig in die Hände von Borkas begibt.

Kindertheater hat Anna Werner schon häufiger inszeniert, es ist immer wieder eine besondere Herausforderung für sie: „Kindertheater muss ehrliches Theater sein, denn Kinder bemerken jeden Fehler und vor allem jede Situation, in der man als Regisseur die Figuren nicht ernst nimmt. Das ist ein hoher Anspruch, aber diese Arbeit macht mir sehr viel Freude.“ In „Ronja Räubertochter“ spielen der Wald und die Natur überhaupt eine große Rolle. Anna Werner: „Der Wald ist der Zufluchtsort für Ronja und Birk – trotz aller Gefahren, die dort lauern. Der Wald ist auch in unserer Inszenierung belebt, all die Figuren, die uns liebgeworden sind, tauchen auch auf. Graugnome etwa, die nur dann gefährlich sind, wenn man Angst vor ihnen hat. Auch das ist in der Geschichte wie im richtigen Leben.“

Kindertheater muss sinnlich sein, auf der Bühne muss dauernd etwas passieren, das junge Publikum braucht die Möglichkeit, immer wieder Neues zu entdecken. „Im Bühnenbild gibt es überall Verstecke und Unterstände, in denen die märchenhaften Wesen hausen, das sorgt für Abwechslung“, sagt die Regisseurin. „Und die Räuber sind auch nicht so schlimm, wie man sich Räuber so vorstellt.“ Mattis und seine Bande klauen zum Beispiel Staubsauger, ganz profane Dinge. Ronja und Birk sind vom Räuberleben nicht begeistert, aber Ronja wehrt sich erst, als ihr Vater Birk einfängt: „Menschen klaut man nicht.“ Auch wenn die Kostüme in Anna Werners Inszenierung zeitlich nicht eindeutig zuzuordnen sind, haben die Räuber doch alle einen Rauschebart und einen wilden Haarschopf, das muss auch so sein. Und die spannende Szene, in der ein Blitz die große Räuberburg in zwei Teile spaltet, kommt natürlich auch vor. Das muss auch so sein.

Premiere am Freitag, 30. November, um 10 Uhr, Vorstellungen bis zum 26. Dezember.

Jürgen Feldhoff

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