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Roter Teppich für die Autoren

Frankfurt/Main Roter Teppich für die Autoren

7000 Aussteller aus etwa 100 Ländern, 270000 Besucher – die Frankfurter Buchmesse ist der größte und wichtigste Termin im Kalender der Buchbranche. Gestern Abend wurde die 69. Auflage im Beisein von Angela Merkel und Emanuel Macron eröffnet.

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Fast 73000 Bücher sind im vorigen Jahr in Deutschland neu erschienen, und jetzt kommen schon wieder welche hinzu.

Quelle: Foto: A. Detert/dpa

Frankfurt/Main. Messechef Juergen Boos hat dabei einen Traum: So wie auf der Berlinale alljährlich den Filmstars im Februar der rote Teppich ausgerollt wird, so sollte Frankfurt im Oktober die Großen der Literaturszene feiern. Er will die bis Sonntag laufende Veranstaltung fürs lesende Publikum attraktiver machen. Das hat immer erst nach den Fachbesuchern an den letzten beiden Tagen Zugang. Dieses Jahr wird nun Dan Brown, der zu den Megasellern im globalen Markt gehört, vor 2000 Zuhörern seinen neuen Thriller vorstellen. „Wir wollen das in den nächsten Jahren massiv ausbauen“, kommentiert Boos den einzigen Auftritt Browns in Deutschland.

Dass die Messe so stark um den Leser buhlt, hat mehrere Gründe. Zum einen rückt das alte Kerngeschäft wieder in den Vordergrund, da sich der digitale Hype ums E-Book und anderen Schnickschnack im Buchgeschäft inzwischen gelegt hat. Der Umsatzanteil von E-Books in Deutschland liegt gerade mal bei etwas mehr als fünf Prozent, im vorigen Jahr war die Zahl der Käufer von digitalen Büchern sogar erstmals wieder rückläufig.

In Deutschland wird außerdem der direkte Kontakt zum Leser immer wichtiger. „Der Autor verlangt immer mehr, dass er auch sein Publikum trifft“, glaubt Boos. Sogar Kleinstädte organisieren heute Literaturfestivals. Die lit.Cologne oder das Berliner Literaturfest sind zu hochkarätig besetzten Veranstaltungen mit Weltstars und zehntausenden Besuchern geworden. Das setzt die Buchmesse unter Druck, wo dieses Jahr rund 1000 Autoren und schreibende Prominente erwartet werden. Neben Dan Brown gehören dazu Margaret Atwood, Ken Follett, Sebastian Fitzek, Michel Houellebecq und Yasmina Reza.

Für die Aussteller steht aber wie immer das Geschäft im Vordergrund. Frankfurt ist weltweit der wichtigste Handelsort für Buchlizenzen. In dem eigens für Literaturagenten reservierten Zentrum wurden 500 Tische verkauft – ein Rekord.

Gestern aber hat die deutsche Buchbranche die künftige Bundesregierung erst einmal aufgefordert, sich für eine lebendige und vielfältige Verlagslandschaft einzusetzen. Der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller, kritisierte die vom Bundestag beschlossenen Einschränkungen des Urheberrechts im Wissenschaftsbereich. Wenn Hochschulen Anteile von digitalen Werken kostenlos zusammenstellen dürften, wäre dies ein schwerer Schlag für die 600 Verlage in dem Bereich.

LN

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