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Kultur im Norden Salzburg: 450 Jahre Monteverdi
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18:15 31.07.2017
Sir John Eliot Gardiner dirigiert drei Monteverdi-Opern bei den Festspielen. Quelle: Foto: Christodoulou

Sie mag es nicht glauben. Zu lange hat diese Frau allein für ihr Land und sich selbst sorgen müssen. Da kann sie nicht einfach in die Rolle der liebenden Hausfrau zurückfallen. Und so steht Penelope ihrem nach jahrzehntelanger Irrfahrt endlich zurückgekehrten Gatten Odysseus schon gegenüber – und kann und will ihn doch immer noch nicht erkennen.

Vor fast 400 Jahren hat Claudio Monteverdis „Il ritorno d’Ulisse in patria“ in Venedig das erste kommerzielle Opernhaus der Welt eröffnet, und noch immer wirkt das Stück modern. Monteverdi bringt Hoffnungen, Sehnsüchte und Ängste seiner Figuren auf die Bühne. So dauert es einige staubtrockene Rezitative lang, bis sich Penelope auf das Duett mit Odysseus einlässt, das die Oper beschließt: Kein Jubelgesang, sondern vertonte Behutsamkeit markiert das offene Ende.

Zum 450. Geburtstag des Komponisten präsentierte der Dirigent John Eliot Gardiner an drei großen, vom Publikum begeistert aufgenommenen Abenden bei den Salzburger Festspielen, was von Monteverdis musikdramatischen Werken erhalten geblieben ist: vom repräsentativen „Orfeo“, dessen Uraufführung 1607 als Geburtstermin der Kunstform Oper gilt, über den heute selten gespielten „Ulisse“

bis hin zum lebensprallen Alterswerk „L'incoronazione di Poppea“. Mit der Erfahrung eines Musikerlebens demonstrierte Gardiner (74), wie hell dieser Schatz noch immer leuchtet. Den Sängern lässt er viel Freiheit, was diese mit Wohlklang und manchmal unerschrockener Expressivität danken. Die English Baroque Soloists begleiten so dezent und detailscharf, wie auch die Inszenierungen von Elsa Rooke und Gardiner selbst wirken: Ein Minimum an Aufwand sorgt für ein Maximum an Ausdruck.

Stefan Arndt

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