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Kultur im Norden Sangeskunst mit Eleganz und viel Humor
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18:13 04.03.2016

Die von Rolf Beck begründete Internationale Chorakademie Lübeck bietet ihren Teilnehmern reiche Möglichkeiten zur musikalischen Weiterbildung. In der vergangenen Woche absolvierten die 34 Sängerinnen und Sänger aus 15 Nationen einen Workshop mit dem Calmus-Ensemble, einem weltbekannten A-cappella-Quintett. Das Ergebnis der viereinhalbtägigen Probenarbeit stellten die Choristen gemeinsam mit ihren Lehrern am Donnerstag in der Jakobikirche vor.

Die Mitglieder der Chorakademie hatten sich während der Proben in vier Ensembles aufgeteilt, die von den Calmus-Sängern gecoacht wurden. Musik der Renaissance und des frühen Barock in all ihrer Farbigkeit stand auf dem Programm. Eine wunderbare Mischung, in der neben Chorälen und Psalmvertonungen ausgesprochen derbe Sauflieder und witzige Scherz-Madrigale standen.

Zu Beginn boten die Sängerinnen und Sänger einen 18-stimmigen Kanon aus dem 16. Jahrhundert, der durch den leider nur schwach besuchten Kirchenraum wanderte. Schon das war ein Erlebnis und ein Beweis für die Präzision, mit der die Nachwuchskräfte sangen.

Was folgte, waren jeweils drei Stücke der Ensembles, die sich die Namen wie „Mosaic“, „7UP“, „9Vibrato“ und „Terviseks“ gegeben hatten. „Terviseks“ ist das litauische Wort für „Prost“, ein studentisches Trinklied gehörte deshalb zum Programm der Sänger. Hier war neben der gesanglichen auch bereits schauspielerische Fähigkeit gefordert: Im richtigen Moment erlag eine blondgelockte Sängerin den Attacken des Alkohols und ging elegant zu Boden.

Von Musik um 1500 über Heinrich Schütz bis in die Zeit von Johann Sebastian Bach spannte sich der Bogen der Kompositionen, die die Ensembles vortrugen. Präzision, Intonationssicherheit und homogener Klang zeichneten alle Vorträge aus — nach nur viereinhalb Tagen Probenarbeit ein erstaunliches Resultat. Wohin der Weg der jungen Sängerinnen und Sänger noch führen kann, zeigte zum Schluss das Calmus-Ensemble. Kaum ein anderes Gesangsquartett bietet eine derartige Gestaltungskraft und eine Pianokultur wie diese fünf Leipziger. Noch ein Erlebnis. Jürgen Feldhoff

LN

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