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Kultur im Norden Schatzsuche in Lübecks Sammlungen
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13:23 21.12.2012
Lübeck

Die Lübecker Museen haben ein recht erfolgreiches Jahr hinter sich. Obwohl drei Häuser (Katharinenkirche, Holstentor, St. Annen-Museum) zeitweise geschlossen waren oder es noch sind, ist die Zahl der Besucher nur leicht gesunken — dank einer Sonderausstellung im Behnhaus, die alle Rekorde schlug. 41 000 Gäste sahen im Frühjahr die Bilder des schwedischen Impressionisten Anders Zorn. Der Ansturm sorgte für einen milden Rückgang in der Besucherstatistik für alle Museen und setzte zugleich das Behnhaus an die erste Stelle.

Dieser Erfolg ist zwar nicht beliebig wiederholbar, gibt aber die Richtung an: Qualitätvolles mit Lübeck-Bezug soll geboten werden, das zugleich das Zeug hat, publikumswirksam zu sein. Pläne, weitere Lübecker Museen zu schließen, sind zwar vom Tisch. Streng haushalten aber muss die Kulturstiftung als Trägerin schon. „Unser Weg ist, uns attraktiver zu machen“, sagt Hans Wißkirchen, leitender Direktor der Lübecker Museen.

Dazu gehört, die Museen von Zeit zu Zeit zu modernisieren und sie dem Zeitgeschmack anzupassen. Ein solcher Prozess vollzieht sich zurzeit im St. Annen-Museum. Seit Monaten ist das Haus geschlossen, in der zweiten Januarhälfte wird es wiedereröffnet. Das Museum soll sich dann gemeinsam mit der benachbarten Kunsthalle St. Annen als neues Museumsquartier im südlichen Teil der Lübecker Altstadt präsentieren, als Kunst-Haus und als museales Schwergewicht neben dem Hanse-Erlebnismuseum, das zurzeit in der nördlichen Altstadt entsteht.

Ein Schwerpunkt in St. Annen bleibt die sakrale Kunst, die Präsentation mittelalterlicher Altäre aus der einzigartigen Sammlung. Im Obergeschoss des früheren Klosters aber wird es künftig um das Alltagsleben gehen. Wer die 25 neu hergerichteten Räume betritt, setzt seine Füße in das Innere des Weltkulturerbes. Wie die Menschen früher lebten, womit sie Geld verdienten, was ihr Denken bestimmte, soll hier zu erleben sein. Dafür werden der Öffentlichkeit Schätze präsentiert, die bisher weitgehend unbeachtet geblieben sind. Kleider aus verschiedenen Epochen zum Beispiel. Ein Raum ist dem Thema Musik in Lübeck gewidmet. Auch ein Kindermuseum gibt es. „Es ist wie eine Schatzsuche, jeder Raum bietet etwas anderes“, sagt Lübecks Kultursenatorin Annette Borns.

Es soll ein interessanter Ort für Touristen werden. Vor allem aber sei das St. Annen-Museum das Museum der Lübecker, sagt Hans Wißkirchen. Denn hier gebe es eine Antwort auf die Frage nach dem Wesen der Stadt.

Mehrere Jubiläen gibt es im neuen Museumsquartier zu feiern. Im Sommer 2013 wird die Kunsthalle St. Annen zehn Jahre alt. 2015 folgt dann ein Doppel-Jubiläum — das St. Annen-Kloster wird 500 Jahre alt, das Museum 100 Jahre. Bereits jetzt laufen Vorbereitungen für die Ausstellung „Kunst um 1500 im Ostseeraum“.

Während die Pläne für das Museumsquartier schon in wenigen Wochen vollendet sein werden, steht man mit Überlegungen zur Umgestaltung des Buddenbrookhauses noch am Anfang. Mit dem Ankauf des Nachbarhauses steht künftig doppelt so viel Fläche wie bisher zur Verfügung. Es geht hier jedoch nicht um eine bloße Erweiterung. Möglicherweise wird ein völlig neues Konzept entwickelt. Bei einem Kolloquium, zu dem sich im Februar Architekten, Kulturwissenschaftler, Experten für neue Medien sowie Mannexperten treffen, sollen Ideen entwickelt werden, die dann Zeit zum Reifen bekommen und mit Hilfe von Geldgebern verwirklicht werden sollen.

Inhaltlich wird im kommenden Jahr das Thema „Leben im Exil“ das Buddenbrookhaus beherrschen. Vom 11. Januar bis zum 26. Mai wird in der Mengstraße die Ausstellung „Fremd bin ich den Menschen dort — Lebenswege im Exil“ gezeigt. Zur Eröffnung kommt auch Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller. Ab dem 14. Juni geht es in der Ausstellung „Traumland und Zuflucht“ unter anderem um Heinrich Manns Jahre in Frankreich (1933-1940) und um sein Engagement für die deutsch-französische Verständigung.

Auch für die kleineren Einrichtungen gibt es Überlegungen. So wird daran gedacht, in fernerer Zukunft die drei Nobelpreisträger-Häuser besser miteinander zu verzahnen. Und auch um das gerade erst umgestaltete Holstentor macht der Wandel keinen Bogen.

Liliane Jolitz

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