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Kultur im Norden „Schlag auf Schlag Höhepunkte“
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22:16 18.08.2015
„Heute Konzert“ heißt es noch sechsmal im Schönberger Musiksommer. Konzertmanager Karsten Lessing (l.) und Kirchenmusikdirektor Christoph D. Minke arbeiten für die renommierte Reihe. Quelle: Jürgen Lenz

Schönberg — Zeit für eine Zwischenbilanz und einen Ausblick beim Schönberger Musiksommer, eine der bedeutendsten Konzertreihen in Norddeutschland. Die LN sprachen mit Konzertmanager Karsten Lessing und dem künstlerischen Leiter Christoph D. Minke.

Lübecker Nachrichten: Der Sommer 2015 war bisher ziemlich durchwachsen. Gilt das auch für die Besucherzahlen des Schönberger Musiksommers, der diesmal ein besonders vielfältiger ist?

Christoph D. Minke: Genaue Zahlen gibt es noch nicht. Das Bild ist gemischt. Wir hatten ganz überragende Abende wie die Konzerte mit dem Landesjugendorchester und der Kammerphilharmonie Hamburg.

Da haben wir mit vollem Haus gerechnet und das hat sich auch so eingestellt. Bei den Orgelabenden an vier Freitagen war es gemischt. Es ist ja bekannt, dass es die Orgel als Instrument momentan nicht ganz leicht hat. Man muss sich deshalb besondere Formate überlegen und das haben wir auch getan. Mit den Freitagabenden bin ich ganz zufrieden. Das war okay und die Atmosphäre war intensiv. Beim einführenden Abend, für den wir einige Mühe verwandt haben, war ich dagegen etwas traurig, das nicht mehr Leute kamen. Die, die da waren, waren begeistert.

LN: Sind die Konzerte gefühlt genauso gut besucht wie im vorigen Jahr, das mit 4100 Zuhörern einen neuen Rekord brachte?

Karsten Lessing: Auch das ist schwer zu sagen. Wir haben ja für dieses Jahr viel verändert. Auch gerade bei der Werbung. Wir haben jetzt eine große, neue Webseite, über die man auch Karten kaufen kann, was übrigens immer mehr genutzt wird. Die Onlineverkäufe steigen. Die Kinderkonzerte waren außerordentlich gut besucht und das Jugendkonzert auch. Aber ob es gefühlt mehr oder weniger waren, kann ich so noch gar nicht sagen. Die letzten Konzerte machten das Gefühl: gut besucht. Vorher dachte ich manchmal: Es hätten noch ein paar Zuhörer mehr kommen können. Was aber unter dem Strich rauskommt, ist im Moment schwer zu sagen. Ich würde sagen: Im Prinzip ist der Besuch gut, aber nicht außergewöhnlich nach oben oder außergewöhnlich nach unten.

LN: Gab es bei den Besucherzahlen Ausreißer nach unten?

Minke: Na ja, das Konzert nach der Ausstellungseröffnung im Rahmen des Musiksommers ging etwas unter. Ich hatte den Eindruck, dass viele Leute, die zur Vernissage kamen, schon genug hatten. Es gab ja viele Eindrücke von dem, was zu sehen war und dem, was gesprochen wurde. Und es gab auch Musik. Daher gab es wohl eine gewisse Sättigung. Danach hatten es die beiden Musiker schwer, alle Besucher wieder zurück in die Kirche zu bekommen.

Lessing: Was aber auch an dem neuen Format liegt, mit dem wir der Ausstellung mehr Raum gaben: ab 20 Uhr und damit zu einem Zeitpunkt, an dem normalerweise die Konzerte beginnen. Es war auch ein Experiment.

LN: In diesem Jahr wurden nicht 12000 Spielpläne verteilt, wie bisher, sondern 22000, davon 10000 im Raum Lübeck. Hat das zu mehr Besuchern aus dieser Region geführt?

Lessing: Was wir bereits messen können, sind die Zugriffe auf unsere Internetseiten. Es ist so, dass in den Ballungsgebieten, besonders Lübeck/Hamburg, die Zugriffszahlen sehr hoch sind. Das können wir schon sehen. Ob sich die Werbung nachher so auswirkt wie wir es uns gedacht haben, das werden wir wahrscheinlich erst am Ende der Spielzeit sehen. Es kann auch sein, dass wir es erst im nächsten Jahr erkennen — oder später. Jetzt sind wir intensiv in der Stadt Lübeck präsent, was vorher gar nicht möglich war. Ich kann mir auch vorstellen, dass wir es zwei, drei Jahre durchziehen müssen, bis es eine große Resonanz hat.

Minke: Es ist natürlich eine Materialschlacht. Wenn man sich vorstellt, dass auf jeden Flyer ein Besucher kommt, wäre das nicht realistisch. Aber im Raum Lübeck präsent zu sein, ist, glaube ich, wichtig.

LN: Auf welche bevorstehenden Konzerte freuen Sie sich besonders?

Minke: Immer aufs nächste. Es sind lauter schöne Sachen, die jetzt noch kommen. Ich denke zum Beispiel an das Konzert mit Clara Haberkamp. Ich bin auch froh, dass wir kurz vor dem Ende des Musiksommers mit dem „Choralconcert multimedial“ etwas sehr Attraktives und moderne Klänge haben, und ich freue mich auch auf das Konzert am 28. August in Lübsee.

Lessing: Es kommen jetzt Schlag auf Schlag Höhepunkte. Es sind sehr schöne Programmpunkte — jeder für sich sehr bedeutend und einzigartig.

Minke: Jetzt gibt es noch einmal einen Schwung in der Endphase.

Noch sechs Konzerte im Musiksommer
Vielfalt auf hohem Niveau bietet der 29. Schönberger Musiksommer mit seinen sechs letzten Konzerten:

25. August: Heinavanker: Vokalmusik a capella aus Estland
28. August: Karin Liersch (Violoncello) und Ludwig-Christian Glockzin (Rezitation) in der Kirche in Lübsee mit „Oskar und die Dame in Rosa“

1. September: Clara Haberland: Gesang und Piano solo
8. September: Stummfilm „Moderne Zeiten“ mit Livemusik von Veronika Otto (Gesang, Violoncello) und Kofi Rocco Rossbach (Percussion)
15. September: Karo Scharnweber (Orgel), Thomas Klemm (Saxofon, Flöten), Wolfgang Schmiedt (Gitarren), Matthias Komm (Rezitation), Christoph Evert (Lichtdesign): „Choralconcert multimedial: Martin Luther — Musik und Lebensprosa“

19. September: Abschlusskonzert mit Mimi Sheffer (Sopran), dem Kirchenchor Sankt Laurentius Schönberg und dem Strelitzer Kammerorchester: „Sacred Service
— Jüdische liturgische Musik“ (Europäische Erstaufführung, Wiederholung am 20. September 16 Uhr im Französischen Dom am Gendarmenmarkt in Berlin).

Beginn der Konzerte: um 20 Uhr.

Ort: wenn nicht anders angegeben, in der Kirche in Schönberg.

Eintrittskarten: ab 19.30 Uhr an der Abendkasse für zehn Euro. Ausnahmen: 28. August Eintritt frei, 19. September 20 Euro.

Interview von Jürgen Lenz

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