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Kultur im Norden Schlöndorff: Gedenken an Verdun ohne Pomp
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Schlöndorff: Gedenken an Verdun ohne Pomp
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12:00 24.02.2016
Regisseur Volker Schlöndorff (76).
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Berlin

Der 76-Jährige setzt bei der zentralen Gedenkfeier auf leise Töne. „Ohne Pomp, ohne Zeremonie, ohne Militär. Wir wollen das Menschliche haben, die menschliche Dimension“, sagte er in Berlin. Schlöndorff ist vom französischen Präsidenten Francois Hollande mit der Planung der Gedenkfeier am 29. Mai beauftragt worden, an der auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teilnimmt.

Eine zentrale Rolle sollen 4000 Jugendliche aus Deutschland und Frankreich bekommen, die über den großen Soldatenfriedhof von Verdun verteilt würden. „Und dann erhoffe ich mir, dass es 

einen Dialog zwischen den Politikern und diesen Jugendlichen gibt“ — statt großer Gedenkreden. „Ich sehe das alles klar vor meinem geistigen Auge, aber wir sind ja noch ganz am Anfang der Planungen“, sagte der Regisseur. Neben den Jugendlichen soll auch das West-Eastern Divan Orchestra von Dirigent Daniel Barenboim eine Rolle bei der Gedenkveranstaltung spielen. Darin musizieren israelische und arabische Musiker Seite an Seite.

Sich mit der Schlacht um Verdun näher zu befassen, sei spannend für ihn. „Man geht über diesen Hügel, man geht da durch die Wälder und sieht, dass da ohne jeden strategischen Sinn und Zweck 300 000 Männer in 300 Tagen hingemetzelt wurden.“ Hinzu kämen bis zu zwei Millionen Verwundete. „Und das nur, weil sich irgendwelche Generäle in den Kopf gesetzt hatten: , Dieser Hügel muss erobert werden‘.“ Auch wenn es 100 Jahre her sei, betreffe es uns heute noch immer, so Schlöndorff: „Dass Menschen zu solchen Idiotien fähig sind, muss immer wieder erzählt werden.“

Ob er als Regisseur anders als andere an die Aufgabe herangehe, könne er nicht sagen, auf jeden Fall setze er auf Visuelles: „Das erste, was ich den Franzosen gesagt habe, war: ,Macht doch mal ein kleines Video auf eurem Handy über die Rue de Verdun, also die Verdun-Straße.‘ Eine solche Straße gibt es ja in 36 000 Gemeinden in Frankreich.“ Schlöndorff zeigte sich gespannt darauf, ob die Menschen noch wüssten, was Verdun wirklich bedeute. Der Beginn der Schlacht jährte sich bereits am vergangenen Sonntag, sie ist zum Symbol für den brutalen Stellungskrieg des Ersten Weltkriegs und die Industrialisierung des Krieges überhaupt geworden.

Schlöndorff ist einer der bekanntesten deutschen Regisseure, 1980 gewann seine Verfilmung des Günter-Grass-Romans „Die Blechtrommel“ einen Oscar.

LN

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