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Kultur im Norden Schloss Gottorf: Turbulenzen um Umbau
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Schloss Gottorf: Turbulenzen um Umbau
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19:13 18.11.2016
Ein großer Glasquader soll an den Ostflügel des historischen Schlossgebäudes (siehe Modell vorn) angebaut werden. FOTO: DPA

. Das Landesmuseum Schloss Gottorf in Schleswig hat über einen 30 Millionen Euro teuren geplanten Umbau informiert. Das Herzstück des Projekts sei ein neun Millionen Euro teurer Anbau aus Glas an den Ostflügel des Schlosses, sagte Philip-Norman Peterson von Holzer-Kobler-Architekturen, die das Projekt betreuen. „Erstmals wird so ein Rundgang durch die Obergeschosse möglich“, sagte er. 2018 soll Baubeginn sein.

Claus von Carnap-Bornheim, Leitender Direktor der Landesmuseen, ergänzte mit Blick auf Friedrich IV., der als Schlossherr im 17. Jahrhundert mehrere Umbauten in Auftrag gegeben hatte: „Der Anbau vollendet eine 300 Jahre alte Bauidee.“ Schließlich sei dieser Teil des Schlosses damals unvollendet geblieben. Carnap-Bornheim weiß aber auch: „So ein Eingriff provoziert immer eine kulturpolitische Debatte.“

Und der Anbau ist umstritten. Die an den Ostflügel grenzende Fläche wird derzeit zwar nur als Parkplatz genutzt. Wer frontal auf das Schloss blickt, bekommt sie nicht zu sehen – und die laut Architekt Peterson „ikonenhafte Fassade“ soll auch nach dem Umbau so bleiben. Dennoch häufen sich die Leserbriefe. „Eine an Hässlichkeit kaum zu überbietende Glas-Metallkonstruktion“, schreibt einer.

In einem anderen Brief heißt es: „Welcher Kulturbanause denkt sich im Zusammenhang mit einem historischen Bauwerk eine derartige Verunstaltung aus?“

Die Debatte entbrannte, nachdem der Haushaltsausschuss des Bundestags vergangene Woche 15,6 Millionen Euro für die Modernisierung des Schlosses bewilligt hatte. Mit dieser Entscheidung hatten die Verantwortlichen des Museums erst in drei Jahren gerechnet. Das Land Schleswig-Holstein hatte bereits zuvor angedeutet, die andere Hälfte der Kosten übernehmen zu wollen. Das Schloss soll mit dem Umbau unter anderem auch ein neues Eingangs- und Veranstaltungsgebäude erhalten und barrierefreier werden.

Carnap-Bornheim verteidigt den geplanten Umbau: „Wir sind bewusst in die moderne Architektursprache gegangen.“ Etwas Historisierendes passe nicht dorthin. „Ich kann aber verstehen, dass die Leute aufgeregt sind“, sagte er. Dem Projekt waren eine Besucherbefragung und ein Ideenwettbewerb von Architekten vorangegangen. Auch der Denkmalschutz sei eingebunden gewesen.

LN

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