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Schmäh mit Quetsche – vier Österreicher beim SHMF

Hasselburg Schmäh mit Quetsche – vier Österreicher beim SHMF

„Faltenradio – Zoo“ spielten in Hasselburg.

Hasselburg. Zahlreich und erwartungs-froh strömte das Publikum in die Scheune in Hasselburg im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Allerdings waren weder im Vorfeld ein Programm noch im Begleitheft genauere Auskünfte über den Konzertablauf veröffentlicht worden.

Somit siegten Neugier und Entdeckungslust der Zuhörer – angekündigt waren unter dem rätselhaften Titel „Faltenradio – Zoo“ vier junge Herren, die allesamt auf der hierzulande sattsam beliebten Klarinette, aber auch in bunter Vielseitigkeit an zusätzlichen Instrumenten wie Harmonika und Percussion zum Einsatz kamen. Zudem wurden auch Körperresonanz (Schuhplattler) und Gesang bemüht (mit wenig Stimme aber viel Inbrunst: Stefan Prommegger). Einige Tierstimmenimitationen („Zoo“) erweiterten das Spektrum. Wie aus dem Begleitheft zu erfahren, verbirgt sich hinter dem Titel „Faltenradio“

die österreichische Bezeichnung für die „Steirische Harmonika“.

Mit Lust an der Show und am Entertainment, wozu alle vier Musiker begabt sind, geschah allerdings in diesem „Mix aus österreichischer Folklore, klassischer Musik und Bühnenshow“ nicht selten des Guten zuviel. Mehr Hintersinn und Ironie wären zu wünschen gewesen. Dabei sind Alexander Maurer, Alexander Neubauer, Stefan Prommegger und Matthias Schorn allesamt über jeden musikalischen Zweifel erhaben, handelt es sich bei ihnen ja um professionelle Musiker: Neubauer gehört den Wiener Symphonikern an, Schorn den Wiener Philharmonikern, Maurer und Prommegger unterrichten in München und am Salzburger Mozarteum. Bei aller Freude über den insgesamt witzigen Abend und dem damit verbunden willkommenen Farbtupfer im Gesamtprogramm sollten sich die Verantwortlichen des SHMF aber auch die Frage gefallen lassen, ob ein mehr oder weniger seriöses Musikfestival seine Hauptakzente nicht doch eher im Kanon der Klassischen Musik suchen sollte, anstatt in die derzeit so populäre Cross-over-Ästhetik herabzusinken. Dieter Kroll

LN

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