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Schönberg tanzt sich auf vierten Platz

Schönberg Schönberg tanzt sich auf vierten Platz

Nach dem Grand Prix der Frauen am Sonnabend in Schönberg, wagen sich 2017 wieder die Männer auf die Bühne.

Die Schönberger Mädels holten mit ihrer Showeinlage den vierten Platz.

Quelle: Fotos: Steffen Oldörp

Schönberg. Zuschauer standen auf ihren Sitzen, pfiffen und jubelten den tanzenden Frauen auf der Bühne lautstark zu. Als Imo Gens am Sonnabend den Sieger des Grand Prix der Frauentanzgruppen aus Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein verkündete, hätte die Stimmung in der Palmberghalle kaum besser sein können. Begleitet vom Lied „We are the champions“ betraten die Frauen vom Bad Doberaner Karnevalklub vor mehr als 700 Zuschauern zum zweiten Mal die Bühne. Sie hatten es geschafft. Mit ihrer Choreografie zu Fluch der Karibik überzeugten sie die Jury. „Das ist fantastisch. Mit fehlen die Worte, so sehr freuen wir uns“, sagte Romy Stynka, Mitglied der Truppe, strahlend. „So einen großen Pokal in den Händen zu halten, unglaublich.“

LN-Bild

Nach dem Grand Prix der Frauen am Sonnabend in Schönberg, wagen sich 2017 wieder die Männer auf die Bühne.

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Der Kampf um den Titel war spannend. Nur ein Punkt lag zwischen den Doberanern (76) und den Zweitplatzierten — die Frauen vom Bobitzer Carneval Club (75). Enttäuscht waren die aber nicht. Im Gegenteil, die Freude über ihre Platzierung war riesengroß. „Damit haben wir nicht gerechnet“, sagte Angie Kaitys (27). Dass ihr Team den Sieg nur hauchdünn verpasste, sei für sie „überhaupt nicht bitter.“ Kaitys war vor allem erleichtert, dass alles so glatt lief. Im Vorfeld hatten die Bobitzerinnen nämlich große Angst. Grund: „Wir haben noch nie vor so vielen Leuten getanzt.“ Normalerweise schauen den Bobitzern bei ihrem Karneval 200 Zuschauer zu. Diesmal waren es 700. „Das war einfach atemberaubend“, fand Angie Kaitys.

Platz drei bei der wohl größten Frauentagsparty im ganzen Land belegten die Mädels des Rostocker Carnevalvereins mit 37 Punkten. Über Rang vier (34 Punkte) freuten sich die Gastgeber, der Schönberger Carnevalclub (SCC). „Damit sind wir zufrieden. Die anderen Teams waren einfach besser“, sagte Petra Flor (51) vom SCC, die sich über die gute Stimmung in der Halle freute. Von der war auch Margret Borowski begeistert. „Das ist toll. Ich bewundere aber auch die Leistungen der Frauen“, sagte die Schönbergerin.

Anika Jabs (32) war ebenfalls aus dem Häuschen. „Mir haben die Shows auf der Bühne sehr gut gefallen“, so die Carlowerin. Bei einigen männlichen Besuchern fiel die Bewertung etwas nüchterner aus.

Florian Goretzki (25) aus Schönberg sagte: „Es waren sehr gute Sachen dabei. Aber ich muss ehrlich sagen, wenn die Männer tanzen, ist es ein größeres Spektakel.“

Die Frauentagsparty in der Palmberghalle war eine Premiere. Die Idee dazu hatte Imo Gens. „Ich freue mich sehr, dass wir es geschafft haben, so ein Dance-Frauenpower-Event auf die Beine zu stellen.

Es waren tolle Tanzgruppen und großartige Zuschauer. Ein ein rundum gelungener Abend“, erklärte der Organisator. Gens gab aber auch unumwunden zu, dass es ihn „deutlich mehr Nerven gekostet hat, als eine Männerveranstaltung zu organisieren.“

Angesichts von 600 Karten im Vorverkauf war klar, dass die Tanzeinlagen der Männer in den vergangenen Jahren deutlich mehr Zuschauer angelockt hatten. Mehr als 1000 Gäste jubelten ihnen regelmäßig zu. Ganz offensichtlich ist es schwieriger, Frauen für verrückte Showeinlagen auf der Bühne zu begeistern: „Wir hatten leider nur acht Frauengruppen. Bei den Männern waren es sonst immer um die 18 Mannschaften“, sagt Imo Gens. Er erntete großen Jubel, als er auf der Bühne ankündigte, dass es im nächsten Jahr in der Palmberghalle wieder den Grand Prix de Eurovision de la Männerballett für Mecklenburg-Vorpommern geben wird. Die Frauentagsparty war also eine einmalige Sache. Die Reaktion der Zuschauer: Viele sangen „Oh, wie ist das schön“. Für Petra Flor vom Schönberger Carnevalsclub keine Überraschung: „Irgendwie war das abzusehen, dass es nicht so gut wird wie mit Männern“, sagte sie. „Frauen sind dafür wohl zu ehrgeizig. Für sie ist das mehr ein Wettbewerb. Männer sehen das eher als Spaß.“ Auch Angie Kaitys vom Bobitzer Carneval Club begrüßte die Entscheidung: „Es war toll mit den Frauen, aber ich finde, nach Schönberg gehört einfach das Männerballett, keine Frauentanzgruppen."

Das Motto im nächsten Jahr heißt „Männerballett reloaded“. „Das bedeutet, wir stellen alles auf null und fangen ganz von vorne an“, so Gens, der am 11. März 2017 eine eine gigantische Show in Schönberg verspricht. „Das wird die größte Männerballettparty, die es hier je gegeben hat.“

Die Platzierungen

1. Platz: Bad Doberaner Karnevalklub

2. Platz: Bobitzer Carneval Club

3. Platz: Rostocker Karneval Club

4. Platz: Schönberger Carneval Club

5. Platz: Rangenberger Karnevalsgesellschaft (Schleswig-Holstein)

6. Platz: Faslamclub Woosmer (Landkreis Ludwigslust-Parchim)

7. Platz: Eichsener Carneval Verein und Kreihnsdörper Carneval Verein

Mehr als 700 Zuschauer schauten sich das Spektakel in der Palmberghalle in Schönberg an.

Von Steffen Oldörp

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