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„Schon immer Bücher“, sagt Katrin Bietz

WAS MICH BEGEISTERT „Schon immer Bücher“, sagt Katrin Bietz

Bücher – schon immer und immer noch bin ich von Büchern begeistert. Im vergangenen Leseherbst haben mich zwei Romane besonders fasziniert: „Stadt aus Rauch“ von ...

Bücher – schon immer und immer noch bin ich von Büchern begeistert. Im vergangenen Leseherbst haben mich zwei Romane besonders fasziniert: „Stadt aus Rauch“ von Svealena Kutschke

und „Das deutsche Krokodil“ von Ijoma Mangold. Ich kann am besten in Bücher eintauchen, wenn sie vor dem Hintergrund von Zeitgeschichte oder Gesellschaft spielen. Der Lübeck -Roman von Svealena Kutschke verbindet beides, bei Ijoma Mangold kommt noch hinzu, dass der Autor in reduzierter, klug formulierter Weise Themen aus Blickwinkeln reflektiert, die neu für mich sind. Beide Titel zeichnen sich außerdem durch sprachliche Besonderheiten aus und hallen lange nach. Diese Begeisterungsfähigkeit für das gedruckte Wort hat wohl auch zu meinen Beruf geführt: Ich bin Buchhändlerin und ich liebe es, den Menschen aus tiefstem Herzen Lektüre zu empfehlen oder mit ihnen über Bücher zu diskutieren. Dabei kommt es gar nicht darauf an, einer Meinung zu sein, denn ob ein Buch „gut“ ist oder nicht, ist immer auch Geschmackssache.

Während meiner Arbeit kann ich einer weiteren, seit meiner Jugend bestehenden Leidenschaft nachgehen: dem Hören von Jazz und klassischer Musik. Sehr gern höre ich Vibrafon, eingebettet in ein klassisches Jazz-Ensemble oder den Kontrabass, wie ihn der Jazzer Dieter Ilg spielt. Dessen neueste CD „Bach“ habe ich speziell in der Weihnachtszeit sehr genossen. Musik beflügelt, macht froh und erzeugt gute Stimmung, besonders natürlich dann, wenn ich die Gelegenheit habe, Livemusik zu hören.

Und dann gibt es noch die Bildende Kunst, insbesondere die Aquarellmalerei, zum Beispiel von Oskar Koller . Er malt reduzierte, lichtgeflutete Bilder, die viel Raum für die Assoziationen der Betrachterin lassen. Darin liegt für mich ein Moment für Begeisterung begründet, sowohl bei Büchern als auch bei Musik und Kunst: in der Reduktion, dem Weglassen von Geschwätzigem, der Freiheit, die der Betrachterin/Hörerin/Leserin gelassen wird. Meinen letzten großen Museumstag habe ich im Vi tra-Museum Weill verbracht, wo ich mich einen ganzen Tag an den herrlich „einfachen“, durchdachten, wundervollen Bauhaus-Entwürfen erfreut habe. Ich war so begeistert, dass mein Alltag noch lange Zeit danach erfrischt wurde vom Blick auf das Schöne um mich herum.

LN

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