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Schräge Geschichten von Paul Maar

Schräge Geschichten von Paul Maar

Lübeck. Bis auf die Straße standen sie am Mittwoch vor dem Figurentheater, um noch eine Karte zu ergattern für die Lesung von Paul Maar.

Lübeck. Bis auf die Straße standen sie am Mittwoch vor dem Figurentheater, um noch eine Karte zu ergattern für die Lesung von Paul Maar. Schließlich war der Saal proppevoll – zur Hälfte mit Kindern, zur anderen mit jugendlichen und erwachsenen Fans des Sams-Erfinders und international erfolgreichen Kinderbuchautors. Ein großer, schlanker, grauhaariger Mann mit hellwachem Blick – kaum zu glauben, dass er im Dezember 80 Jahre alt wird. Während nebenan im Theaterfigurenmuseum skurrile Figuren aus seinen Büchern ausgestellt sind, las Maar aus seinem neuesten Buch „Schiefe Märchen und schräge Geschichten“.

Etwa die Geschichte von der Bodenvase, die Herrn Jakobi aus dem Schlaf weckt mit dem Satz: „Rosenheim ist die größte Stadt in Niedersachsen“. Es entspinnt sich ein Zwiegespräch zwischen dem Mann, der seine geschiedene Frau vermisst, und der Vase, die einst einem Zauberer gehörte. Am Ende ist die Vase kaputt und Herr Jakobi nicht mehr ganz so einsam, weil er ein kleines Ferkel hat.

Da sind die Märchen vom Rumpelstilzchen in Rumpelsprache und von Hänsel und Gretel, deren Mission am fehlenden Mobilfunknetz im Wald scheitert. Immer wieder lachen die Kleinen und Großen lauthals über witzige Wortspiele. Aus allen Texten schimmern Herzenswärme und Humor wie auch die unbändige Lust an der Sprache. Einen kleinen Einblick gab Paul Maar schon mal in „Das große Buch von Paul Maar“

mit dem Besten aus 50 Jahren und vielen neuen Geschichten, das im September erscheint. Darin hat er fast 50 Kleinstaaten Vierzeiler gewidmet. Kostprobe: „Ein Kleinkind aus Dschibuti, das rief nach seiner Mutti, sie konnte es zwar hören, doch ließ sie sich nicht stören.“ Einer noch: „Ein kleines Kind in Labrador, das in der Nacht entsetzlich fror, hat seine Mutter aufgeweckt, die hat es dann gut zugedeckt.“

Im Herbst erscheinen auch noch „Onkel Florians fliegender Flohmarkt“, ein Mitmach-Buch, und ein neues Sams-Buch von Paul Maar, „Das Sams feiert Weihnachten“. Am Ende gab es viel Applaus und wieder eine lange Schlange: vor dem Signiertisch. Petra Haase

Ausstellung „Sams & Co. im Rampenlicht“ im Theaterfigurenmuseum bis zum 28. Oktober tgl. 10-18 Uhr.

LN

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