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15:40 23.08.2018
Das Kammerorchester Festival Strings Lucerne Quelle: © Mario Dirks
Pronstorf

 Frédéric Chopin begann seine musikalische Laufbahn als Wunderkind am Klavier, dem Instrument blieb er sein Leben lang verbunden. Als er seine beiden Klavierkonzerte schrieb, hatte er noch keines der großen Werke der Gattung – etwa von Beethoven – gehört. Und so klingt sein Klavierkonzert Nr.1 in e-Moll dann auch. In Pronstorf spielte das Ensemble Festival Strings Lucerne die Fassung für Streichorchester von Richard Hofmann, am Klavier saß Nicholas Angelich. Der Amerikaner hat die Fähigkeit, auch noch die halsbrecherischsten Tonkaskaden leicht und durchsichtig erklingen zu lassen. In Chopins Virtuosen-Konzert schaffte es der Pianist, Stimmungen zu erzeugen. Vor allem im langsamen Satz waren Klanggestaltung und Anschlagkultur beispielhaft. Umso robuster ging Angelich dann im Schlusssatz zur Sache, die rasenden Läufe gingen ihm so leicht von der Hand wie eine Fingerübung.

Die Festival Strings Lucerne mit ihrem Konzertmeister Daniel Dodds hatten in diesem Konzert wenig zu tun. Das Orchester liefert nur eine Art Hintergrundelement für den Klavierpart – das war der Geschmack der Zeit Chopins. Das Publikum im tropisch heißen Kuhstall von Pronstorf war begeistert und erklatschte sich vom Pianisten eine Chopin-Zugabe.

Nach der Pause aber zeigte das Orchester seine hohen Qualitäten. Robert Schumanns „Bilder aus dem Osten“, eigentlich für Klavier zu vier Händen geschrieben, sind auch in der Fassung für Streichorchester eine exquisite Sammlung oszillierender Stimmungsbilder. Das Ensemble zeichnete sich durch äußerste Präzision in Sachen Zusammenspiel und Intonation aus – die trockene Akustik des Saales verzeiht auch nicht den kleinsten Fehler. Schwebend leicht erklangen einige der „Bilder“, zupackend und sehr weltlich andere. Die Festival Strings Lucerne gestalteten die Stimmungswechsel mit großer Feinheit – die 20 Musikerinnen und Musiker erweckten so die Musik Schumanns zu neuem Leben. Das Publikum war auch von dieser Darbietung begeistert.

Zum Abschluss erklangen dann die „Noveletten“ in F-Dur für Streichorchester des Dänen Niels W. Gade. Gelegenheitswerke, zusammengestellt ohne eigentlichen Zusammenhang – ein drastischer Qualitätsabfall gegen Schumanns „Bilder aus dem Osten“. Hier konnte auch die große Kunst des Streichorchesters nicht weiterhelfen. So schön und intelligent das Ensemble auch versuchte, musikalische Kerne herauszuarbeiten, es gelang nur selten. Und so plätscherte dieser letzte Punkt des Programmes vor sich hin. Das Publikum war dennoch begeistert und wurde mit einer Zugabe belohnt.

Jürgen Feldhoff

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