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Schwichtenberg im „Schaufenster“

Kiel Schwichtenberg im „Schaufenster“

Werke des Landesschau-Preisträgers sind im Brunswiker Pavillon in Kiel zu sehen.

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Installation mit Vögeln von Bernhard Schwichtenberg.

Quelle: Björn Schaller

Kiel. Im vergangenen Jahr verhinderte eine Erkrankung die geplante Ausstellung anlässlich des Landesschaukunstpreises 2014. Jetzt ist Bernhard Schwichtenberg gesundheitlich wieder an Deck und präsentiert unter dem Titel „Kleiner Querschnitt“ im Brunswiker Pavillon in Kiel einen Rückblick auf sein künstlerisches Schaffen.

Mit Rückblicken kennt der Kieler Kulturpreisträger von 2012 sich aus, in Gelsenkirchen und Bayreuth füllte er damit 2009 „große Parcours“. Der Pavillon ist vergleichsweise klein, doch im „Schaufenster“ des Bundesverbandes Bildender Künstler Schleswig-Holstein (BBK-SH) auszustellen, ist ein bisschen wie nach Hause kommen für Schwichtenberg Seit 1970 ist er BBK-Mitglied, 1993 bis 2005 war er Vorsitzender des Verbandes.

Nach Gruppen geordnet sind seine raffinierten „Plattitüden“ und Blindprägungen, die multimediale „Schrottkarre“ aus der Landesschau 2014 steht prominent im Eingangsbereich. Fotografien zu leider zerstörten Lichtobjekten aus dem öffentlichen Raum in Kiel gibt es auch und natürlich Arbeiten zu seinen Herzensthemen Krieg und Frieden, Armut und Überfluss.

Das Tüfteln und Basteln wurde Schwichtenberg quasi in die Wiege gelegt. 1938 in Berlin geboren und im Krieg nach Kiel verzogen, war er schon als Kind fasziniert von der Geschicklichkeit des Vaters, der nach 1945 Radios zusammenlötete — aus Metall-Fundstücken, die seine Söhne auf den Straßen der zerstörten Stadt zusammenklaubten. 1946 zog die Familie nach Köln, wo ein Stabil-Baukasten und eine elektrische Eisenbahn das Talent des jungen Modellbauers befeuerten. Während des Grafik-Studiums an der Muthesius-Werkschule in Kiel verfeinerte er seine Kunst.

An seinen kinetischen Arbeiten hat er bis heute große Freude. Insgesamt neun „Taster, mit denen man einzelne Geräte anschmeißen kann“, hat er im Pavillon untergebracht. Darunter ein wuscheliges Etwas in einem Terrarium, das wie von Geisterhand gesteuert durch Sand zuckelt.

„Das ist die fehlgeschlagene Züchtung einer eierlegenden Wollmilchsau“, sagt der langjährige Professor für Grafik und Gestaltung an der heutigen Muthesius-Kunsthochschule — und freut sich, dass keiner der Umstehenden auf Anhieb den antreibenden Mechanismus errät. Sabine Tholund

Ausstellung: bis 8. Mai. Di-Do 10-17 Uhr, Fr 10-16 Uhr, Sa+So 11-16 Uhr.

LN

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