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Kultur im Norden „Schwieriger Teil der deutschen Geschichte“
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20:24 09.12.2015

Ihre Werke wurden geächtet und sie selbst verfolgt oder vertrieben: Tausende Künstler und Dichter litten unter den NS-Schergen und dem DDR-Regime. Eine einzigartige Sammlung erinnert an ihre Geschichten und ihr Schaffen.

Knapp ein Jahr nach Beginn seiner Arbeit ist das neue Zentrum für verfolgte Künste in Solingen offiziell eröffnet worden. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) würdigte die Einrichtung, für die es in Europa keine Parallelen gibt, als „Stellungnahme von nationaler Bedeutung“. Sie bringe einen vernachlässigten Teil der Kunstgeschichte in die Öffentlichkeit und lenke die Aufmerksamkeit auf einen „schwierigen Teil der deutschen Geschichte“, sagte er in einem Festakt. Es wäre besser gewesen, „wenn es dieses Zentrum gar nicht hätte geben müssen“.

Die Einrichtung soll das Gedächtnis an Künstler bewahren, die in der NS-Zeit und in der DDR schikaniert, verfolgt, geächtet und vertrieben wurden. Eine Zensur künstlerischer Arbeit sei ein Thema, das „wir nicht hinter uns haben“, betonte Lammert. Auch heute gebe es in vielen Ländern „gnadenlose Zensur und Verfolgung“, wenn die Arbeit von Künstlern nicht zur vorgegebenen politischen Linie passe. Dies geschehe „auch in Europa, sogar in Mitgliedstaaten der EU“.

Die Dokumente des Zentrums stammen überwiegend aus der Sammlung Gerhard Schneider mit Gemälden und Grafiken aus der Zeit von 1933 bis 1945 und der von der Else-Lasker-Schüler-Stiftung zur Verfügung gestellten Literatursammlung „Die verbrannten Dichter“. Unter diesen finden sich Dokumente beispielsweise zu Kurt Tucholsky, Else Lasker-Schüler und Wolfgang Borchert, aber auch zu Jürgen Fuchs, Franz Kafka und Vaclav Havel.

Das Zentrum für verfolgte Künste ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

LN

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