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"Screwed": Extrem durchgeknallter Liebesfilm

Filmkritik der Festival-Blogger "Screwed": Extrem durchgeknallter Liebesfilm

Die jungen Festival-Blogger der Nordischen Filmtage schauen sich Filme an, interviewen Schauspieler, Regisseure und das Publikum. Und sie schreiben Filmkritiken: Martha Lorenzen (15) bloggt über den Film "Screwed" - ihren neuen Lieblingsliebesfilm.

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„Screwed“ glänzt nicht nur durch sein tolles Drehbuch, sondern vor allem durch das Schauspiel der beiden Hauptdarsteller.

Quelle: hfr

Lübeck. Es gibt nur wenige Filme, die man nach den ersten zehn Minuten schon abgöttisch liebt, ohne vorher irgendetwas von dem Film gesehen oder gewusst zu haben. „Screwed“, der erste Spielfilm des Regisseurs Nils-Erik Ekblom, ist einer von diesen.
 Er erzählt die Geschichte des in sich gekehrten 17-jährigen Miku (Mikko Kauppila). Nachdem er und sein großer Bruder (Juho Keskitalo) während einer Party das Haus der Familie demoliert haben, wird Miku zwangsweise mit aufs Land in ein kleines Ferienhaus geschleppt.

In der Tristesse des Familienurlaubs lernt er den selbstbewussten und sich jeder Kategorie entziehenden Ellias (Valtteri Lehtinen) kennen, der auf die Frage, ob er bi sei, nur Antwortet: „Ich bin Ellias.“ Gemeinsam schwimmen, rauchen, betrinken sie sich und versuchen gemeinsam, ihren verkorksten Familien zu entfliehen. Elias forsche und unangepasste Art löst bei Miku aus, dass er sich seiner eigenen Homosexualität stellen kann.

„Screwed“ glänzt nicht nur durch sein tolles Drehbuch, die schönen Naturaufnahmen und die Charaktere, die alle extrem durchgeknallt sind, sondern vor allem durch das fantastische Schauspiel der beiden Hauptdarsteller. Ihre Sommerliebe kauft man ihnen von der ersten bis zur letzten Sekunde ab: Angefangen von dem ersten gemeinsamen Betrinken in einer Bar, die Bier für einen Aufpreis von zwei Euro auch an Minderjährige verkauft, wo die Funken nur so sprühen, über all die leidenschaftlichen Küsse, von denen einer in eine wunderschön gefilmte, stumme Sexszene mündet, bis hin zu den Momenten, in denen sich alles und jeder wie ein Arschloch aufführt.

So verwundert es nicht, wenn sich mancher im Publikum die Augen reibt und den Regisseur nach der sexuellen Orientierung der beiden Hauptdarsteller fragt. Doch auch all die Nebenfiguren, obwohl etwas abgedreht und überzeichnet, sind optimal besetzt.

Nils-Erik Ekblom schafft in „Screwed“ den perfekten Spagat zwischen einem Drama übers Erwachsenwerden, schwierige Familien und Sexualität sowie einer Komödie, die ihren Witz Großteils aus gut geschriebene Situationskomik und dem Schweigen an den richtigen Stellen zieht. Diese wirkt noch besser, wenn man weiß, dass alle Szenen nach Aussage des Regisseurs wirklich so passiert sind, genauso wie sämtliche Figuren auf echten Menschen basieren.

Ich gebe „Screwed“ 9 von 10 Sternen. Es ist ein herzerwärmender und gut gespielter Film, der grade dabei ist für mich zu meinem neuen Lieblingsliebesfilm zu werden. Nachdem ich den Film gesehen hatte, dachte ich nur: „Nochmal!“

Von Martha Lorenzen

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