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Seelisch und künstlerisch im Gleichklang

Groß Grönau Seelisch und künstlerisch im Gleichklang

Die Schwestern Cora und Suscha Korte stellen in der Groß Grönauer Galerie Müller & Petzinna gemeinsam aus.

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Galerist Ulf Müller bei der Vernissage von „Licht – Bilder“ mit den Künstlerinnen Cora Korte (l.) und ihrer Schwester Suscha. FOTO: DOROTHEA KURZ-KOHNERT

Groß Grönau. Cora Korte war wie vom Donner gerührt, als sie auf der NordArt vor vier Jahren ein Bild ihrer Schwester Suscha neben ihrem eigenen hängen sah: Unabhängig voneinander hatten die beiden Künstlerinnen in der Ecke ihrer jeweiligen Bilder eine Steckdose gemalt. Suscha ist mit 52 die zwei Jahre Jüngere, doch die beiden könnten glatt als Zwillinge durchgehen. Beide bildhübsch und hellblond, beide tragen Rock beziehungsweise Kleid, kombiniert mit einer Fellimitatweste, dazu verspieltes Beiwerk – Glitzerringe und Armbändchen, zwei lebhafte Paradiesvögel.

Ihre äußerliche Ähnlichkeit und ihre gleichen Vorlieben beim Kleidungsstil frappieren. Cora: „Wir sprechen uns nie ab“, und ergänzt: „Wenn ich meine Schwester anrufe, sagt sie meist: Gerade wollte ich mich auch bei Dir melden.“ Dieser seelische Gleichklang schlägt sich auch in ihrenWerken nieder: Trotz individueller Handschrift ist die Übereinstimmung verblüffend.

In ihren Bildern tauchen oft die gleichen Versatzstücke auf: Suscha porträtiert wunderschöne alte Porzellanteller, Cora hat ein Faible für altmodische Sammeltassen. Ihre Ölbilder und Assemblagen aus Gemaltem, Gekritzeltem, Geklebtem und Gesticktem sowie ihre illuminierten Hinterglasmalereien sind nur scheinbar dekorativ: Wer genau hinsieht, entdeckt Tiefgründiges, Fragiles.

Exemplarisch bei Suscha Kortes großformatigem Bild „Kindheit kann nicht warten“: In der Mitte thront ein Tigerkopf. Was aussieht wie aufgeklebtes braunes Paketklebeband ist gemalt, ebenso die Bierdeckel vom Gaffel-Kölsch. Rechts im Bild ein altmodischer schwarzer Lichtschalter. Wer daran dreht, beleuchtet „Glück“ in Neon-Pink. Suscha äußert sich widerstrebend („Ich male und überlege nicht was“): „Das Glück switcht in unserem Leben hin und her. Also: bewusst leben.“ Die Übereinstimmung in ihrer Kunst – selbst die Lichtelemente kamen zeitgleich in ihre Bilder – habe sich erst in der Distanz herauskristallisiert, sagt Cora Korte. Sie lebt und arbeitet in Kiel, ihre Schwester Suscha in Köln. Beide haben gemeinsam an der Kieler Muthesius Kunsthochschule studiert, dann trennten sich ihre Wege, Suscha Korte beendete ihr Studium in Glasgow in Schottland. Knapp 50 Bilder und Lichtobjekte von Cora und Suscha Korte sind in der Ausstellung in Groß Grönau abwechselnd nebeneinander zu sehen.dku

INFO: Licht – Bilder bis 11. Dezember, Freitag bis Sonntag 14 bis 18 Uhr.

LN

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