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Kultur im Norden Selmas Träume, der Tod und eine ferne Liebe
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18:10 09.01.2018
Lübeck

Mit ihrem dritten Roman ist Leky ein Buch gelungen, das sich nicht nur gut verkauft. Ihr ist etwas weit Bedeutenderes und Seltenes geglückt: einen Roman zu schreiben, der geliebt wird, wie es bei Kindern häufig, bei Erwachsenen aber nicht so oft vorkommt.

Über 100 Menschen waren gekommen, in der großen Mehrzahl Frauen. Viele kannten das Buch und haben wohl die Chance ergriffen, die Áutorin zu erleben, der sie ihre Verzauberung zu verdanken haben.

Mariana Leky, 1973 in Köln geboren, wollte Buchhändlerin werden, begann dann aber, in Tübingen Germanistik und Empirische Kulturwissenschaften zu studieren. In Hildesheim studierte sie von 1999 an Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus. Sie lebt in Berlin.

„Was man von hier aus sehen kann“ führt in ein Dorf im Westerwald. Fantastische Dinge geschehen dort. Immer wenn die alte Selma von einem Okapi träumt, wird am nächsten Tag jemand sterben. „Das Okapi ist ein abwegiges Tier, viel abwegiger als der Tod . . .“, heißt es in dem Roman. Dass Selmas Traum den Tod eines Menschen ankündigt, auch wenn er sich vielleicht um ein paar Stunden verspätet, daran glauben die Menschen im Dorf. Auch Selmas zehn Jahre alte Enkelin Luise. Jahre später wird sie sich verlieben, in einen Mann, der als buddhistischer Mönch in Japan lebt.

Das im Sommer 2017 erschienene Buch ist ein Glückstreffer für eine Lesung, denn es ist auch auszugsweise zu verstehen und zu genießen. Zu Beginn hatte Leky das Publikum ermuntert, „beherzt einzugreifen“, wenn sie „aus Anfangsaufregung“ zu schnell lese. Fesselnd und vergnüglich war ihr Vortrag, was auch an der unkomplizierten Art der Autorin lag. Als das Publikum an der Stelle lachte, in der es um Selmas Ähnlichkeit mit Rudi Carrell geht, unterbrach die Autorin: „Schön, dass Sie lachen.“

Zwischendrin und am Schluss befragte Birte Lipinski die Autorin. Dabei förderte die Leiterin des Buddenbrookhauses viel Interessantes zu Tage. So ging es um die Frage, warum Leky nur alle paar Jahre ein Buch veröffentlicht, ob man Schreiben lernen kann (nicht so, wie man sich das vorstellt) und warum ein Buch, in dem der Tod das zentrale Thema ist, so wunderbar und so humorvoll sein kann. Die Antwort hört sich einfach an: weil Leky es so wollte.

liz

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