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Seltene Erden und neue Schurken

Lübeck Seltene Erden und neue Schurken

Techno-Thriller unter dem Namen Tom Clancy erschienen.

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Tom Clancy starb im Oktober 2013. Unter seinem Namen erscheinen seitdem immer wieder neue Romane.

Quelle: Foto: Imago

Lübeck. Der Autor Tom Clancy ist im Oktober 2013 gestorben. Er war berühmt für seine Polit-Thriller rund um die fiktive Person Jack Ryan, der es vom Leutnant der Marines über eine Station als CIA-Berater zum Chef des Geheimdienstes und schließlich zum Präsidenten der USA brachte. Die Romane um diesen ganz besonderen Helden waren immer sehr gut recherchiert, sie waren auch spannend. Vor allem aber waren sie im höchsten Maße patriotisch. Tom Clancy ist tot – aber das Jack-Ryan-Universum lebt weiter.

Mark Greaney zeichnet jetzt für die neuen Bücher der Serie verantwortlich, die nach wie vor unter der Marke „Tom Clancy“ erscheinen. Greaney war über Jahre hinweg Ko-Autor und Rechercheur von Tom Clancy. Er ist deshalb mit dem Ryan-Universum bestens vertraut, seine Romane setzen die Reihe würdig fort. Das gilt auch für den neuesten Band „Mit aller Gewalt“.

Diesmal sind es nicht durchgeknallte Alt-Kommunisten oder islamistische Eiferer, die den USA an den Kragen wollen. Die schlimmen Finger sitzen in Nord-Korea. Und wie es bei Clancy-Büchern üblich ist, entfernt sich die Handlung nicht weit von dem, was zumindest möglich sein könnte. Nord-Korea wird vom paranoiden Sprössling der Diktatoren-Familie regiert, der Vergleich mit lebenden Personen ist alles andere als zufällig. Dieser Diktator will unbedingt an Interkontinentalraketen herankommen, um die USA direkt bedrohen zu können. Ein großer Fund von Seltenen Erden soll ihm dazu verhelfen. Mit Ausbeutung der Mine sollen die Devisen erwirtschaftet werden, um Raketenteile beschaffen zu können. Das können die USA natürlich nicht zulassen, sie schreiten ein. Daraus entwickelt sich ein Konflikt, der am Ende den Weltfrieden bedroht.

Das ist typischer Clancy- Stoff, nur der Bösewicht stammt aus einer ungewohnten Erd-Region. Macht aber nichts, die Einblicke in das abgeschottete letzte Paradies der Werktätigen auf Erden sind ausgesprochen interessant und sogar spannend. Wie weit sie mit der Realität übereinstimmen, kann man schlecht beurteilen, ungeschönte Berichte aus Nord- Korea sind immer noch sehr selten.

Man kann als normaler Leser auch nicht beurteilen, ob der nordkoreanische Geheimdienst tatsächlich so rabiat ist wie im Buch beschrieben. Bei Clancy/Greaney morden sich die Agenten durch die Welt, nur für die geplante Ermordung von Präsident Jack Ryan engagieren sie einen irakischen Profi für Bombenbau. Ryan überlebt den Anschlag jedoch, deshalb kann man sicher sein, dass spätestens im kommenden Jahr Band 19 aus dem Ryan-Universum erscheinen wird, in dem wieder amerikanische Helden die Welt retten. Fel

„Mit aller Gewalt“ von Tom Clancy und Mark Greaney, Heyne, 736 Seiten, 26,99 Euro.

LN

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