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Kultur im Norden So klingt Chormusik aus dem Norden
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20:18 25.01.2016

Musik nordischer Komponisten steht am Freitag um 19 Uhr auf dem Programm des NDR-Chors bei seinem Konzert in der Lübecker Jakobikirche. Es erklingen Kompositionen von Áskell Másson („Inuit Song“), Jean Sibelius („Rakastava“ — Der Liebende), Edvard Grieg (Vier Psalmen), Edward Elgar („My Love dwelt in a Northern Land“, „As Torrents in Summer“ und „Go, Song of Mine“) sowie Per Nørgard („Wie ein Kind“).

Der Däne Per Nørgard ist in Lübeck wohlbekannt: Aus seiner Feder stammt die Oper „Der göttliche Tivoli“, die sich auf den geistesgestörten Künstler Adolf Wölfli bezieht und die mit großem Erfolg am Theater Lübeck aufgeführt wurde. Regie führte damals Sandra Leupold. Bei seinem Chorwerk „Wie ein Kind“ handelt es sich um 1980 in Kopenhagen uraufgeführte Vertonungen von Texten Adolf Wölflis.

Gastdirigent des NDR-Chors in dieser Saison ist Paul Hillier. Er gründete und leitete so bekannte Ensembles wie das Hilliard Ensemble und das Theatre of Voices. Hillier gehört zu den innovativen Geistern musikalischer Ensemblekultur — durch seine Programme, seine stilbewussten Interpretationen und durch die zahlreichen Anregungen an zeitgenössische Komponisten, die Kunst des Gesangs neu zu denken.

In seinem Projekt mit dem NDR- Chor widmet er sich den vielfältigen Chortraditionen des Nordens. Es führt von Áskell Mássons, des isländischen Komponisten, Beschäftigung mit den Liedern der Inuit aus dem Jahr 2010 über drei große Romantiker des Nordens zurück in die Musik der Gegenwart, zu Per Nørgårds Klangreflexionen über Rainer Maria Rilke und wiederum Adolf Wölfli. Als 1921 die Schrift „Ein Geisteskranker als Künstler“ des Psychiaters Walter Morgentaler erschien, gehörten Rilke und seine Freundin Lou Andreas-Salomé zu den Lesern.

Bei Edvard Grieg beschränkt sich die Werkkenntnis vieler Hörer auf die Peer-Gynt-Suite und die Suite „Aus Holbergs Zeit“ — die wertvollen Chorwerke wie eben die Psalmvertonungen sind weithin ungekannt. Auch die Chormusik des Finnen Jean Sibelius wird nur selten aufgeführt, Edward Elgars „Pomp and Cisumstance“ stellt seine Chorwerke in den Schatten.

Konzert am Freitag um 19 Uhr in

St. Jakobi.

LN

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